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Review: New Pokémon Snap

geschrieben von Stephan am 2021-05-03 18:03:35

Letzten Freitag ist ein neues Pokémon-Spiel für die Switch erschienen. Und ja, es ist tatsächlich neu, denn das Wort "new" steckt ja sogar schon im Namen: Die Rede ist von New Pokémon Snap! Damit bekommt die gute alte Foto-Safari aus Zeiten der ersten Generation, zum ersten Mal einen direkten Nachfolger. Ob das Spiel sich lohnt, das klären wir im folgenden Review.

Erstmals namentlich angeteasert wurde New Pokémon Snap im Juni 2020 in einer Nintendo Direct. Mitte Januar 2021 erschien dann der erste Trailer, und bei der Gelegenheit wurde dann auch das Release-Datum enthüllt, der 30. April. Dieser Tag war nun letzten Freitag, und jetzt halten wir das Spiel in Händen. Erschienen ist es natürlich für die Switch, aber was anderes hätte wohl auch niemand ernsthaft erwartet.

New Pokémon Snap fängt den Flair des Originals hervorragend ein: Wem bereits das alte Pokémon Snap auf dem Nintendo 64 damals Spaß machte, der wird sich auch in New Pokémon Snap sofort wieder heimisch fühlen. Nach wie vor fahrt ihr mit einem kleinen Fortbewegungsmittel (dem so genannten Neo-One) auf einer automatischen Route durch verschiedene Gebiete und müsst die Pokémon, die euch dabei ins Blickfeld geraten, möglichst gut ablichten. Am Ende der Tour dürft ihr genau ein einziges Bild pro Pokémon auswählen, um es dem Professor zu zeigen - er bewertet eure Aufnahmen mit Punkten, und die besten Bilder nutzt er für seinen Bericht.

Freilich habt ihr unterwegs mehr Aktionsmöglichkeiten, als einfach nur stur auf den Auslöser zu drücken. Eure Kamera hat auch eine Zoom-Funktion, um weiter entfernte Pokémon etwas näher heran zu holen. Auch kann eure Kamera eine kleine Melodie abspielen - das entspricht in etwa der PokéFlöte, die ihr im ersten Pokémon Snap zur Verfügung hattet. Ansonsten könnt ihr, ebenfalls wie im ersten Teil, den Pokémon Äpfel zuwerfen, um sie so hoffentlich etwas zutraulicher zu machen, doch Vorsicht, manche Pokémon werden durch die Wurfgeschosse auch verschreckt. Und neu sind die Leuchtbälle, die das Lumina-Phänomen bei allen Pokémon und bei bestimmten Pflanzen auslösen, was besonders bei Nacht gut zur Geltung kommt.

Screenshot aus New Pokémon Snap Screenshot aus New Pokémon Snap
Friedliche Lentil-Region: Hier können Pokémon in ihrem natürlichen Lebensraum beobachtet und abgelichtet werden. Geheimnisvolle Lentil-Region: Um diese leuchtenden Pokémon zu erforschen, seid ihr überhaupt erst aufgebrochen!

Das Lumina-Phänomen, das ist der Mittelpunkt der Hauptstory: Professor Mirror möchte genau dieses Phänomen untersuchen, und genau deshalb hat er euch engagiert, um Aufnahmen des Phänomens für ihn anzufertigen. Das Lumina-Phänomen sorgt dafür, dass Pokémon geheimnisvoll zu leuchten beginnen, was wie gesagt bei Nacht besonders schön aussieht. Doch woher kommt das Lumina-Phänomen? Haben die Kristallblumen, die in der gesamten Lentil-Region blühen, etwas damit zu tun? Nun, den Pokémon scheint es zumindest nicht zu schaden, aber wie auch immer, der Professor will es erforschen, und dafür braucht er euch und eure Bilder.

Und apropos Nacht, auch das ist eine Neuerung: Zwar gibt es in New Pokémon Snap nur 10 reguläre plus zwei Bonus-Routen, also gar nicht mal sooo viel mehr im Vergleich zum alten Pokémon Snap, wo es auch immerhin sechs plus eine Route gab. All diese Routen können aber zusätzlich auch bei Nacht befahren werden, was ganz andere Bilder ermöglicht - nicht nur, weil dann das Lumina-Phänomen viel deutlicher zur Geltung kommt, sondern schon weil sich in der Dunkelheit ganz andere Pokémon blicken lassen. Andere, tagaktive Pokémon seht ihr bei Nacht schlafend im Gras herumliegen, doch wer weiß, vielleicht reagieren sie unerwartet, wenn ihr sie aufweckt? Einen Versuch ist's wert!

Für zusätzliche Erkundungsfreiheit sorgen alternative Wege. Sagte ich vorhin, dass das Neo-One automatisch die Routen abfährt? Prinzipiell ist das richtig, doch an manchen Punkten könnt ihr euch für eine alternative Route entscheiden, um neue Blickwinkel und auch ganz neue Pokémon zu entdecken. Teilweise sind die alternativen Routen jedoch von Bedingungen abhängig, etwa dass ihr ein bestimmtes Pokémon an einen bestimmten Ort lockt. Am Meeresgrund etwa müsst ihr ein Wummer in einen Tunnel lotsen, damit es dort mit seinen Torpedos einen Felsbrocken beiseite sprengt.

Screenshot aus New Pokémon Snap Screenshot aus New Pokémon Snap
Highspeed: Mit Speedline-Rahmen und ein bisschen Nachbearbeitung sieht es aus, als ob das Milotic echt auf uns zu rast! Gruppenbild der Forscher: Ganz links der gute alte Todd aus Teil 1, ganz rechts Professor Mirror und in der Mitte ich.

So viel zum eigentlichen Gameplay. Wie gesagt, im Kern ist es genau wie damals, die Neuerungen liegen im Detail. Doch das meine ich positiv, denn das alte Pokémon Snap war damals ja bereits ein super Spiel - schön also, dass man nicht zu viel verschlimmbessert hat. New Pokémon Snap macht die Fans des Originals glücklich, kann aber auch die neuen Fans von heute überzeugen - ein schwieriger Spagat, der hier hervorragend gelungen ist!

Das Tüpfelch auf dem "i" ist aber noch das Drumherum. Damals, zu N64-Zeiten, konntet ja nur ihr selbst euch an euren Aufnahmen erfreuen. Später, beim Re-Release auf der Virtual Console der Wii, war es zumindest möglich, die Bilder an eure Wii-Pinnwand zu heften. Jetzt jedoch könnt ihr euch ein eigenes Online-Profil einrichten und dort eure sechs Lieblingsbilder zur Schau stellen. Theoretisch hat euer Profil auch eine ID-Nummer, ich hab jedoch noch keine Möglichkeit gefunden, durch Eingabe der ID gezielt jedes beliebige Profil anzusteuern - vielleicht bin ich ja blind und ihr wisst mehr! Zumindest ist es aber problemlos möglich, die Profile euer Switch-Freunde aufzurufen.

Wenn euch die einfachen Fotos, so wie sie aus der Kamera kommen, aber zu normal aussehen, dann könnt ihr vor Veröffentlichung noch ein wenig an den Fotos herumspielen. Ihr könnt Farbeffekte drüber legen, einen Rahmen hinzufügen oder Sticker drauf klatschen. Ja, und die Rahmen und Sticker, die erhaltet ihr im fortschreitenden Spielverlauf durch das Erfüllen bestimmter Aufgaben - im Prinzip also ein kleines In-Game-Achievement-System, schön jedoch, dass sich mit den Belohnungen auch noch etwas anfangen lässt.

Und zuletzt ein schönes Detail, das mir besonders positiv aufgefallen ist: New Pokémon Snap ist weder ein stumpfes Remake des Originals, noch von ihm unabhängig, sondern spielt in der Zukunft des Originals! Ihr seid also quasi ein Fotograf der nächsten Generation, doch früh im Abenteuer schaut auch der gute alte Todd aus dem ersten Pokémon Snap vorbei, um euch über die Schulter zu schauen - er ist jetzt kein Kind mehr, sondern ein junger Mann, jedoch immer noch genauso Fotografie-begeistert. Ich find's schön, dass der alte Held wieder mit dabei ist, jetzt jedoch älter geworden ist - sowas gab es ja auch schon mal in Pokémon Let's Go!, wo ihr ja ebenfalls einen neuen Protagonisten spielt, euch jedoch im Spielverlauf die erwachsenen Versionen von Rot und Blau, den Helden von damals, begegnen. Sowas sorgt für Nostalgie und ist für mich ein ungeheurer Pluspunkt!

Ich würde New Pokémon Snap definitiv für alle Pokémon-Fans empfehlen, ganz gleich ob ihr das Original auf dem N64 kennt oder nicht. Schade ist lediglich, dass nicht alle 900 Pokémon im Spiel verfügbar sind - auch kein Endivie, nachdem mir das riesige Meganie im Trailer bereits große Hoffnungen gemacht hatte. Aber sei's drum, auch so ist die Lentil-Region gut mit Pokémon befüllt, und hier fällt es auch gar nicht so negativ auf, dass Pokémon fehlen, wie bei Schwert & Schild. Und immerhin gut 200 Pokémon gibt's ja zu fotografieren, somit dreimal mehr als noch im ersten Teil. Zudem will der Professor jedes Pokémon nicht nur einmal, sondern gleich viermal sehen, in unterschiedlichen Situationen. Da gibt's also ganz schön viel zu knipsen! Gotta Snap 'em All!


Bildnachweis: Alle Screenshots in diesem Artikel sind selbst erstellt. Das Copyright liegt bei den Rechteinhabern der jeweiligen Spiele.
Pokémon: © Nintendo, Creatures Inc., GAME FREAK inc., New Pokémon Snap entwickelt von BANDAI NAMCO Studios Inc.

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Erstellt am 11.01.2021 • Letzte Änderung: 12.01.2021 • ImpressumDatenschutzNach oben