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Nordsee und Hamburg

Eine Reise in den hohen Norden vom 21. - 24. August 2015

Nach Norddeutschland zieht es mich eher selten. Ich weiß noch, dass es Ende der 80er Jahre mal einen schönen Familienurlaub an der Nordsee gab, aber danach kann ich mich nicht erinnern, nochmal da oben gewesen zu sein. Da traf es sich gut, dass eine Moderationskollegin von Kibo.FM im Sommer 2015 die tolle Idee hatte, das gesamte Team zu sich nach Hause in die Nähe von Oldenburg einzuladen. Noch besser traf es sich, dass ich diesen Monat ohnehin einen Deutschlandpass der Deutschen Bahn besaß, so dass die Fahrt dorthin unterm Strich so gut wie nichts kostete. Und so folgte ich der Einladung ...

Natürlich verbrachten wir auf besagtem Teamtreffen viel Zeit mit Zocken, denn das ist nun einmal unser Hobby, u.a. hatten wir viel Spaß mit Disney Sing it (Wii) und dem schrägen Quizspiel You Don't Know Jack (Playstation). Dennoch ließen wir es uns nicht nehmen, auch an den Strand zu fahren - das muss einfach sein, wenn man das Meer quasi vor der Haustür hat!

An der Nordsee (2015)

Badengehen gehört nun zwar nicht so zu meinen Vorlieben, weder im Meer noch im Schwimmbad, aber das ist überhaupt kein Problem. Während meine Kollegen ein Strandbad stürmten, nahm ich mir zwei Stunden lang die Ruhe, über den Deich zu spazieren und dabei jedes einzelne Deichschaf abzulichten. Auch Schiffe am Horizont oder die riesigen Windräder machten sich auf so manchem Foto gut im Hintergrund. So hatte ich meinen Spaß, ohne dabei auch nur einen Tropfen Wasser abzukriegen.

An der Nordsee (2015)   An der Nordsee (2015)

An der Nordsee (2015)   An der Nordsee (2015)

An der Nordsee (2015)   An der Nordsee (2015)

Weitere Fotos auf Flickr: An der Nordsee

Eigentlich hätten wir dann am Sonntag Nachmittag schon wieder nach Hause fahren sollen. Aber darf so ein schönes Wochenende so schnell zu Ende gehen? Nein! Und so beschloss ich, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: Hamburg war die einzige von den ganz großen deutschen Städten, die ich bis dahin noch nicht besucht hatte - und sooo weit ist es von Oldenburg bis nach Hamburg nun auch nicht! Zwar saßen wir trotzdem noch zwei Stunden im Zug, aber das ist nichts im Vergleich zu den fünf Stunden, die wir von Süddeutschland aus gebraucht hätten. Also langer Rede kurzer Sinn: Ich hatte ein Hotelzimmer in Hamburg für die Nacht von Sonntag auf Montag gebucht, so dass ich und mein Kollege Flo noch 24 Stunden in der Hansestadt hinten dran hängen konnten.

Nachdem wir gegen 18 Uhr im Hotel eingecheckt hatten, war der Abend freilich noch lange nicht vorbei, im Gegenteil: Wenn man nur 24 Stunden für so eine große Stadt Zeit hat, dann will jede Minute genutzt werden! Und so standen noch am selben Abend bereits die ersten Ausflüge an. Zunächsten fuhren wir in die Speicherstadt, die ich bereits aus der alten Kinder-Krimiserie Die Pfefferkörner kannte, deren ersten Staffeln ich in den späten 90er Jahren gern gesehen habe. Obwohl ich die Serie nun schon etwas länger aus den Augen verloren habe, erkannte ich den Schauplatz doch auf Anhieb wieder - was aber auch daran liegen kann, dass die alten Backsteinhäuser mit den Kanälen dazwischen einfach so schön markant aussehen.

Hamburg (2015)

Hamburg (2015)   Hamburg (2015)

Hamburg (2015)   Hamburg (2015)

Unser eigentliches Ziel war aber nicht die Speicherstadt, die lag nur zufällig am Weg. Tatsächlich wollten wir in erster Linie das Miniatur-Wunderland besuchen: Dieses entsteht seit 2000 in einem der alten Speicher und ist die größte Modellbahnanlage der Welt. Auf 1300 Quadratmetern (aufgeteilt auf zwei Stockwerke) erstrecken sich 13 Kilometer Schienen, auf denen 930 kleine Züge unterwegs sind (Zahlen von Wikipedia).

Dass die Anlage ein Touristenmagnet ist, hatten wir bereits vorab gelesen, und Flo hatte es bei einem früheren Besuch in Hamburg schon am eigenen Leib gespürt: Damals war kaum noch ein Reinkommen, weil die Warteschlange bereits bis hinaus auf die Straße reichte. In weiser Voraussicht bestellte ich daher online zwei Karten vor - was aber letzten Endes gar nicht nötig gewesen wäre, denn als wir kurz vor 20 Uhr ankamen, war überhaupt keine Warteschlange da und wir konnten sofort hinein spazieren. Das muss aber an der Uhrzeit gelegen haben, am Mittag hätte die Sache bestimmt ganz anders ausgesehen!

Wie auch immer: Drinnen angekommen waren wir beeindruckt von den vielen kleinen Häusern, Autos und Zügen, aber vor allem auch vom unglaublichen Detailreichtum der Anlage. Es ist wirklich schade, dass wir nur knapp zwei Stunden Zeit hatten - wir haben zwar dennoch jeden Teil der Anlage gesehen, wir hätten aber trotzdem problemlos die doppelte Zeit dort verbringen können. Vielleicht ja bei unserer nächsten Hamburg-Reise - und ein weiterer Besuch im Miniatur-Wunderland würde sich dann ohnehin lohnen, da auch ständig neue Abschnitte hinzukommen, so etwa im Sommer 2016 der italienische Mittelmeerraum. Eine kleine Vorschau lässt sich bereits jetzt durch eine Glasscheibe erspähen.

→ Mehr Infos über das Miniatur-Wunderland: Offizielle Homepage

Hamburg (2015)

Hamburg (2015)   Hamburg (2015)

Hamburg (2015)   Hamburg (2015)

Hamburg (2015)   Hamburg (2015)

Im Anschluss pilgerten wir noch zur nahe gelegenen Hauptkirche St. Michaelis (im Volksmund als "Michel" bezeichnet). Das Besondere ist nämlich, dass man spät Abends noch auf den Turm darf - ein Erlebnis, das sich offiziell "Nachtmichel" nennt. Mit einem modernen, schnellen Aufzug geht es 109 Meter in die Höhe, und von da oben hat man einen einmaligen Ausblick auf das Nachtleben einer Großstadt. Leider kommt die Schönheit dieses Panoramablicks auf unseren Fotos nicht einmal annähernd rüber, man muss es einfach selbst gesehen haben. Deshalb mein Tipp: Wenn ihr mal nach Hamburg kommt, plant unbedingt einen Abend für den Nachtmichel ein, es lohnt sich!

→ Mehr Infos über den Nachtmichel: Offizielle Homepage

Hamburg (2015)   Hamburg (2015)

Hamburg (2015)   Hamburg (2015)

Am nächsten Morgen stand die wohl wichtigste Hamburger Sehenswürdigkeit auf dem Programm: Der Hafen! Mit der U3 fuhren wir zu den Landungsbrücken, die mit ihrem markanten Uhrturm (der zusätzlich zur Zeit auch den Pegelstand angibt) schon selbst eine Touristenattraktion sind. Laut unserem Reiseführer aus dem Hause Marco Polo sind die Landungsbrücken das zweitbeliebteste Touristenziel Deutschlands, nach dem Branderburger Tor in Berlin. Auf diversen Internetseiten stehen zwar teilweise etwas andere Ranglisten, die etwa Schloss Neuschwanstein oder den Kölner Dom noch vor den Landungsbrücken einordnen, aber sicher ist auf jeden Fall, dass die Landungsbrücken nicht unwichtig sind!

Für uns war dieser stark frequentierte Wasserbahnhof der Ausgangspunkt für eine gut einstündige Hafenrundfahrt, zu der wir uns spontan entschieden: Mit Kapitän Prüsse schipperten wir an Frachtschiffen und Containerstapeln vorbei, durch die Speicherstadt und von Möwen begleitet zu wunderbaren Panoramablicken. Der Kapitän erklärte uns unterwegs allerhand Wissenswertes über die Dinge, die wir auf der Fahrt zu sehen bekamen. Wir finden: Die Stunde Zeit war gut angelegt und viel unterhaltsamer, als wenn wir uns die entsprechenden Infos einfach im Internet angelesen hätten!

→ Mehr Infos über Kapitän Prüsse: Offizielle Homepage

Der Hamburger Hafen ist übrigens bereits seit 1189 in Betrieb und heute der größte Seehafen Deutschlands. Im europaweiten Vergleich rangiert er auf Platz 3 nach Rotterdam und Antwerpen. Rund 10.000 Container gehen hier täglich ein und aus - auf Schiffen, die im Minutentakt an- und ablegen.

Hamburg (2015)

Hamburg (2015)   Hamburg (2015)

Hamburg (2015)   Hamburg (2015)

Hamburg (2015)   Hamburg (2015)

Hamburg (2015)   Hamburg (2015)

Unser nächstes Ziel lag in St. Pauli. Nein, nicht die Reeperbahn, denn für das dortige Angebot interessieren wir uns eher nicht - und selbst wenn, dann wäre es Mittags um halb eins witzlos gewesen, da hätten wir gemäß des bekannten Walzers "Nachts um halb eins" kommen müssen. Nein, unser Ziel war das Panoptikum am Spielbudenplatz, Deutschlands ältestes und größtes Wachsfigurenkabinett. Hier stehen lebensgroße Nachbildungen berühmter Persönlichkeiten - derzeit etwa 130 Stück. Dazu zählen Politiker wie Helmut Kohl, Angela Merkel, Barack Obama und die Queen ebenso wie Sportler wie Michael Schumacher. Der Berufszweig der Musiker wird nicht nur durch die Beatles und Michael Jackson abgedeckt, sondern auch durch klassische Komponisten wie Richard Wagner oder Ludwig van Beethoven. Auch große historische Persönlichkeiten wie Napoleon werden ausgestellt, und nicht zuletzt beherbergt das Panoptikum auch eine Nachbildung von Harry Potter - sie war der Grund, warum ich dorthin wollte, doch auch die anderen Figuren konnten mich durchaus beeindrucken.

→ Mehr Infos über das Panoptikum: Offizielle Homepage

Hamburg (2015)

Hamburg (2015)   Hamburg (2015)

Hamburg (2015)   Hamburg (2015)

Hamburg (2015)   Hamburg (2015)

Die letzten drei Stunden, bevor wir zum Bahnhof mussten, verbrachten wir schließlich auf dem Jungfernstieg, der zu Deutschlands bekanntesten und schönsten Einkaufsstraßen zählt. Die Läden dort entsprechen zwar weder unserem Interessengebiet noch unserem Geldbeutel, aber die schmuckvollen Fassaden und der Blick über die Alster mit Fontänen und Schwänen wissen doch zu überzeugen. So kam unser Kurzbesuch in Hamburg zu einem schönen Abschluss - und irgendwann kommen wir sicher gern zurück!

Hamburg (2015)

Hamburg (2015)   Hamburg (2015)

Hamburg (2015)   Hamburg (2015)

Weitere Fotos auf Flickr: Hamburg


Letzte Änderung: 04.02.2017 • ImpressumDatenschutzNach oben