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Christmas in London

Eine Adventsreise zum Pokémon-Konzert vom 17. - 20. Dezember 2016

Als das Pokémon-Konzert Pokémon Symphonic Evolutions im Sommer 2014 in Washington D.C. erstmals gespielt wurde, war ich ganz Feuer und Flamme, aber die USA waren sooo unerreichbar. In den Folgemonaten hielt ich den Spielplan aber regelmäßig im Auge und wurde besonders hellhörig, als für Anfang 2016 eine Europa-Tournee angekündigt wurde. Diese "Tournee" bestand letztlich aus ganzen zwei Terminen, und aus "early 2016" sollte das vierte Quartal werden: Anfang Oktober in Paris und Ende Dezember in London. Beinahe überstürzt buchten wir eine Reise nach Paris - nur, um zwei Wochen vor der Abfahrt auf den Boden der Tatsachen zurück geholt zu werden, als ich eine E-Mail á la "Das Konzert ist abgesagt" in meinem Postfach fand. Erste Reaktion: Fluchen, ärgern und aufregen. Zweite Reaktion: London buchen!

So kamen wir also am 17. Dezember, dem Vortag des vierten Advent, zum zweiten Mal in London an. Im Gegensatz zu unserer ersten Reise im September 2015 war das Wetter nun jahreszeitbedingt deutlich bescheidener. Glücklicherweise hatten wir die wichtigsten Sehenswürdigkeiten bereits damals bei gutem Wetter mitgenommen, dennoch bastelten wir um das Konzert herum noch ein kleines Kulturprogramm mit weiteren Sehenswürdigkeiten, die letztes Mal zeitlich einfach nicht mehr gepasst hatten.

Unsere erste Aktion bestand allerdings zunächst aus einer laaanger U-Bahn-Fahrt: Unser Hotel lag im Stadtteil Hammersmith - zwar nur fünf Minuten zu Fuß vom Konzertsaal entfernt, dafür aber eine knappe halbe Stunde mit der U-Bahn bis zum Stadtzentrum. Diese Entfernung bekamen wir besonders deutlich auf unserem Weg zum ersten Abendessen zu spüren - hin und zurück brauchten wir jeweils eine Stunde! Zugegeben haben wir ein wenig getrödelt, um unterwegs die Vorweihnachtsstimmung in Hammersmith einzufangen. Nichtsdestotrotz wurde uns bewusst, dass London die größte Stadt der EU ist, mit 8,6 Millionen Einwohnern sogar 2 ½ Mal so groß wie Berlin.

London (2016)   London (2016)

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Unser großes Ausflugsziel des Folgetages, es war der vierte Advent, hieß Schloss Windsor, eine Hauptresidenz der königlichen Familie. Auch das war eine Entfernung, die wir unterschätzt hatten, wobei vor allem die 45 Minuten Aufenthalt beim Umstieg im Bahnhof Richmond den Kohl fett machten. Endlich kamen wir aber doch in Windsor an, und nachdem wir den Christbaum vor dem Eingang zur Genüge bestaunt hatten, gingen wir hinein. Zumindest in den Innenhof! Dieser war auch durchaus beeindruckend. Ein wenig enttäuscht waren wir allerdings darüber, dass wir eben nur in den Innenhof und nicht in die Gemächer kamen. Ich dachte eigentlich, das sollte gehen - vielleicht habe ich vorab falsch recherchiert, vielleicht haben wir die richtige Eingangstür einfach übersehen, vielleicht waren die Innenräume nur heute aufgrund des Adventssonntags geschlossen, wer weiß. Auch der Hof vermittelte aber einen Eindruck von der ernormen Größe des Schlosses und bot sich für einige gute Bilder an.

→ Mehr Infos über Schloss Windsor: Offizielle Seite der Royal Collection

London (2016)   London (2016)

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Gruppenbild mit Palastwache in Windsor
Immer schön wachsam: Gruppenbild mit Palastwache im Hof von Schloss Windsor

Nach unserer Rückkehr in die Londoner Innenstadt wollten wir vor dem Abendessen noch den Weihnachtsmarkt "Winter Wonderland" im Hyde Park besuchen, es war ja schließlich der vierte Advent - und wir erlebten den Kulturschock unseres Lebens! Abgesehen von einer Hand voll Buden direkt nach dem Eingang, hatte diese Veranstaltung herzlich wenig mit einem traditionellen Weihnachtsmarkt zu tun, sondern erinnerte mit den vielen Fahrgeschäften und der lauten Musik eher an das Oktoberfest. Weihnachtliche Stimmung wollte nicht im Ansatz aufkommen, aber immerhin haben wir's überlebt! ^^

→ Mehr Infos über das Winter Wonderland: Offizielle Homepage (englisch)

Foto vom Winter Wonderland im Londoner Hyde Park   Foto vom Winter Wonderland im Londoner Hyde Park
Foto vom Winter Wonderland im Londoner Hyde Park   Foto vom Winter Wonderland im Londoner Hyde Park
Mehr Oktoberfest als Weihnachtsmarkt: Das Winter Wonderland im Londoner Hyde Park ist bunt und laut.

Umso besinnlicher war dafür aber zumindest das Abendessen: Mit J. Sheekey hatten wir uns ein besonders exquisites Fisch-Restaurant ausgesucht - und der gute Service begann bereits, als ein Mitarbeiter uns entgegen lief und den richtigen Weg zeigte, nachdem wir das Restaurant in einer Seitengasse nicht gefunden hatten und verzweifelt anriefen. Mein Freund Kilian schwebte bereits in höchsten Sphären, als er auf der Speisekarte Jakobsmuscheln entdeckte. Der traditionelle englische Christmas Pudding, der das Dessert bildete, setzte dem Ganzen das Sahnehäubchen auf. Es war nicht billig, aber es hat sich gelohnt! So kam der vierte Advent zu einem würdigen Abschluss.

→ Mehr Infos über J. Sheekey: Offizielle Homepage (englisch)

Foto des J. Sheekey Restaurant in London
Schwer zu finden, aber deliziös: J. Sheekey in einer unscheinbaren Seitenstraße
Foto im J. Sheekey Restaurant in London
Exquisite Speisen bei J. Sheekey   Exquisite Speisen bei J. Sheekey
Ein würdiger Ausklang des vierten Advent: Exquisite Fischgerichte bei J. Sheekey

Der Folgetag war der Tag des Pokémon-Konzerts. Dieses sollte freilich erst am Abend stattfinden, dennoch gingen wir bereits morgens schon mal rüber zum Konzertsaal, um einfach den Weg zu erkunden und auch, um uns zu vergewissern, dass das Konzert noch nicht "cancelled" ist - böse Erinnerungen an den abgesagten Paris-Termin sitzen tief! Wir waren beruhigt, als wir die Ankündigung für den heutigen Abend über dem Eingang vorfanden, schossen kurz ein Foto und gingen dann erstmal wieder.

London (2016)

Dieser Montag war der einzige Tag unseres kurzen London-Aufenthalts, an dem die Wachablösung am Buckingham-Palast stattfand. Diese hatten wir letztes Mal ja verpasst, weil wir an der falschen Stelle standen, und den Fehler wollten wir jetzt ausbügeln. Vorher führte unser Weg aber zum Trafalgar Square. Er gilt als Mittelpunkt von London, was geographisch vielleicht nicht 100 % hinkommt, von seiner Bedeutung her aber sehr wohl. Um die National Gallery zu besichtigen, die sich direkt nebenan befindet, fehlte uns leider die Zeit, aber wir lichteten den Platz als solchen aus allen Blickwinkeln ab und staunten auch über die hier ausgestellte Weihnachtskrippe des japanischen Künstlers Tomoaki Suzuki.

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Anschließend machten wir uns auf den Weg zum Buckingham-Palast - und fielen wieder ins kalte Wasser! Diesmal fanden wir zwar die richtige Stelle, waren aber viel zu spät dran (nämlich eine gute halbe Stunde vor Beginn der Veranstaltung). So bekamen wir nur noch Plätze in der letzten Reihe und konnten die Wachen gerade so eben aus der Ferne erahnen, mit vielen Köpfen davor. Brauchbare Aufnahmen sind dabei nicht entstanden. Es liegt einfach ein Fluch darauf: Das Schicksal scheint nicht zu wollen, dass wir die Wachablösung zu Gesicht kriegen! Zumindest den Buckingham-Palast als solchen konnten wir diesmal besser sehen als letztes Mal.

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Die Wachablösung sollte aber ohnehin nur die Vorspeise sein, der Hauptprogrammpunkt des Tages (abgesehen vom Konzert) war der Nullmeridian im Londoner Stadtteil Greenwich. So stiefelten wir vom Buckingham-Palast rüber zum Westminster-Pier (wo sich auch Big Ben erhebt), kauften schnell ein paar Miniatur-Big-Bens als Weihnachtsgeschenke für die liebe Verwandtschaft und bestiegen dann bei strömendem Regen ein Schiff nach Greenwich. Wie gut, dass wir diese Bootsfahrt bereits vor 15 Monaten bei strahlendem Sonnenschein gefilmt haben!

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Nach unserer Ankunft nahmen wir zunächst in einem Hafen-Café ein Stück Kuchen zu uns und fragten bei der Gelegenheit auch einen Mitarbeiter, wo sich denn nun dieser ominöse Nullmeridian befindet. Antwort: Bei der Sternwarte oben auf dem Berg, etwa 15 Minuten Fußmarsch. Also los!

Der Fußmarsch hoch zum "Royal Observatory" verlief friedlich. Die Häuschen, an denen wir unterwegs vorbei kamen, ließen schönen britischen Vorort-Flair aufkommen. Die Ernüchterung folgte aber, als wir oben angekommen waren: Der Nullmeridian ist nicht öffentlich zugänglich sondern Bestandteil eines Museums. Wer nicht bereit ist, 9 Pfund Eintritt zu löhnen, der darf den berühmten Längengrad nur durch den Zaun begutachten - das war uns vorab nicht klar, wir hatten eher mit einer Art öffentlich zugänglicher Pilgerstätte gerechnet, entsprechend sauer waren wir im ersten Moment. Und dann wurden wir erfinderisch: So ein Längengrad hört ja nicht einfach an einem Zaun auf, sondern erstreckt sich um die ganze Erde. Wir fanden also mit ein wenig Beobachtungsgabe die Stelle hinter Zaun und Hecken, an der der Nullmeridian weitergeht. Natürlich ist er dort nicht am Boden eingezeichnet, aber rein geographisch befand er sich dennoch unter unseren Füßen und wir waren zufrieden.

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Beschauliche Vorort-Straßen in Greenwich:

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Übrigens befindet sich in Greenwich auch der "erste Shop der Welt", allerdings nicht historisch sondern geographisch. Eine witzige Idee!

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Es folgte die Schifffahrt zurück nach Westminster. Der Regen hatte inzwischen aufgehört, dafür wurde es bereits dämmrig. Die Stadt begann, vorweihnachtlich zu leuchten und wir konnten doch noch ein paar hübsche Aufnahmen vom Boot aus machen.

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Und dann war er da, der große Abend! Der Abend, wegen dem wir überhaupt erst nach London gefahren waren! Der Abend des Pokémon-Konzerts! Nachdem wir noch schnell Fish & Chips in einer typisch englischen Kneipe eingeworfen hatten, begaben wir uns pünktlich zur Türöffnung um 19 Uhr zum Konzertsaal. In den folgenden knapp zwei Stunden spielte uns das Royal Philharmonic Orchestra die schönsten Melodien aus den Haupt-Editionen der ersten sechs Pokémon-Generationen vor, dazu wurden auf der Leinwand die passenden Spielszenen gezeigt. Die Stimmung war hervorragend - besonders cool fand ich, als während des Pallet Town-Theme bei der Starter-Wahl die Zuschauer durch lautes Applaudieren das Pokémon ihrer Wahl unterstützten. Und als zuletzt bei den Zugaben Ich will der Allerbeste sein und Kiseki gespielt wurden, durften wir alle lauthals mitsingen. Man kann sagen, was man will: Das Konzert hat sich voll und ganz gelohnt, wir bereuen die weite Reise kein bisschen!

→ Mehr Infos über Pokémon Symphonic Evolutions: Offizielle Homepage (englisch)

Foto von Pokémon Symphonic Evolutions in London   Foto von Pokémon Symphonic Evolutions in London
Foto von Pokémon Symphonic Evolutions in London   Foto von Pokémon Symphonic Evolutions in London
Lohnender Grund für die Reise: Das Konzert Pokémon Symphonic Evolutions ist ein Muss für jeden Fan!

Der Dienstag sollte dann bereits wieder der Tag der Abreise werden. Bevor am frühen Nachmittag unser Zug ging, legten wir im Vormittag noch ein wenig Kulturprogramm ein, indem wir das British Museum besichtigten. Aufgrund seiner enormen Größe konnten wir das Museum nicht einmal annähernd komplett bewundern, daher konzentrierten wir uns zunächst auf die drei Räume, die der Reiseführer empfiehlt. Ganz vorne steht hierbei die ägyptische Sammlung mit dem weltberühmten "Rosetta Stone", einer antiken Steintafel in drei Sprachen. Ebenfalls empfohlen wurden die "Elgin Marbles" (griechische Steintafeln und Statuen) sowie die Sammlung afrikanischer Kunstgegenstände. Zum Abschluss warfen wir auf eigene Faust auch noch einen ausgiebigen Blick in die japanische Abteilung.

→ Mehr Infos über das British Museum: Offizielle Homepage (englisch)

London (2016)

Ägyptische Sammlung:

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Griechische Sammlung:

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Afrikanische Sammlung:

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Japanische Sammlung:

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Weitere Fotos auf Flickr: London 2016

Trotz der ein oder anderen kleinen Ernüchterung hat sich der vorweihnachtliche Ausflug nach London gelohnt. Wir sind glücklich, das Pokémon-Konzert endlich gesehen zu haben, bereuen aber auch nicht den Besuch der weiteren Londoner Sehenswürdigkeiten. Ob wir noch ein drittes Mal in die britische Hauptstadt kommen, wird sich zeigen, aber ausgeschlossen ist es nicht. Hmmm, mal sehen, wann gibt es die nächsten verfügbaren Karten für das Harry Potter-Theaterstück ...

Video von diesem Städtetrip auf Youtube:


Letzte Änderung: 25.03.2017 • ImpressumDatenschutzNach oben