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London

A Magical Journey to Great Britain from 21st to 25th of September 2015

Schon seit über zehn Jahren stand London auf der Liste meiner möglichen Reiseziele. Im September 2015 ergab sich dann endlich die Gelegenheit, die Hauptstadt von Großbritannien zusammen mit meinem guten Freund Kilian zu besuchen. Kernstück der Reise sollte dabei die Warner Bros. Studio Tour in Watford (ca. 30 Kilometer von London entfernt) werden, wo sich die Original-Kulissen aus allen acht Harry Potter-Filmen besichtigen lassen. Dennoch sollten auch die "normalen" Londoner Sehenswürdigkeiten nicht unter den Tisch fallen.

Unser erstes Teilziel hatte trotzdem bereits Harry Potter-Bezug: Nach knapp 9-stündiger Zugfahrt rollte unser Eurostar im Londoner Bahnhof St. Pancras ein. Man muss dazu wissen, dass London keinen Hauptbahnhof besitzt, sondern mehrere große Bahnhöfe, die alle unterschiedliche Ziele bedienen, und dass manche dieser Bahnhöfe sehr nah beieinander liegen. Unser Ankunftsbahnhof St. Pancras ist nun ein direkter Nachbarbahnhof von King's Cross - jenem berühmten Bahnhof, an dem Harry Potter sieben Jahre lang zur Zauberschule Hogwarts abgefahren ist. Wir beschlossen daher, einen Blick in King's Cross zu werfen und vor allem das berühmte Gleis 9 ¾ zu besichtigen. Dieses wurde vom Bahnhof King's Cross nach dem großen Erfolg der Harry Potter-Bücher nämlich tatsächlich eingerichtet, ist aber kein echtes Gleis für Züge, sondern ein Photo Point für Fans. Um ein Foto zu bekommen, mussten wir eine halbe Stunde Schlange stehen, aber das war uns der Gag wert!

Foto vom Londoner Bahnhof King's Cross   Foto vom Londoner Bahnhof King's Cross
Der Londoner Bahnhof King's Cross, Startpunkt für Harry Potters Reise nach Hogwarts.

Nach diesem ersten "zauberhaften" Zwischenstopp fuhren wir dann weiter zu unserem Hotel. Dieser Weg führte uns allerdings direkt zu einem weiteren namhaften Bahnhof, nämlich Paddington. Krimi-Freunde denken hier vermutlich an Miss Marples Fall 16:50 Uhr ab Paddington, wir hatten aber eher Paddington Bär im Sinn: Der kleine Bär ist Held einer englischen Kinderbuchreihe aus der Feder von Michael Bond und verdankt seinen Namen der (fiktiven) Tatsache, dass Familie Brown ihn im ersten Band an eben diesem Bahnhof Paddington aufgegabelt hat. Am echten Bahnhof Paddington wird der kleine Bär mit einer Statue und sogar einem Fanshop geehrt.

Foto vom Londoner Bahnhof Paddington   Foto vom Londoner Bahnhof Paddington
Foto vom Londoner Bahnhof Paddington   Foto vom Londoner Bahnhof Paddington
Foto vom Londoner Bahnhof Paddington   Foto vom Londoner Bahnhof Paddington
Der Londoner Bahnhof Paddington und sein Maskottchen Paddington Bär.

Nun war es aber endlich Zeit, unser Hotel aufzusuchen: Wir hatten das ABC Hyde Park Hotel in erster Linie aufgrund des (verhältnismäßig) günstigen Preises ausgewählt, doch auch die Lage nur fünf Gehminuten vom Hyde Park entfernt wusste zu punkten. Das Hotel befindet sich in der Straße Sussex Gardens, und uns fiel auf, dass sich dort ein Hotel an das andere reiht. Wie sehr sich all diese Hotels in Punkto Qualität unterscheiden, können wir freilich nicht beurteilen, mit dem unsrigen waren wir allerdings durchaus zufrieden: Die Zimmer waren sauber, die Betten bequem und das Frühstücksbuffet lecker - was will man mehr?

→ Mehr Infos über das ABC Hyde Park Hotel: Offizielle Homepage (englisch)

London (2015)

Foto unseres Zimmers im ABC Hyde Park Hotel in London
Unser Zimmer im ABC Hyde Park Hotel: Nicht allzu groß, aber sauber und gemütlich.

Nachdem wir eingecheckt hatten, waren wir vor allem eins: Fix und fertig von der 9-stündigen Zugfahrt! Allzu viel hatten wir uns für den ersten Abend daher nicht mehr vorgenommen, aber zumindest ein richtig gutes Abendessen sollte es doch noch sein. Hierzu hatten wir uns mit dem Wiltons ein besonders exquisites Restaurant ausgesucht. Dieses existiert seit 1742 und bietet hervorragende Fisch- und Fleischgerichte an. Wir waren begeistert und würden es auf jeden Fall weiter empfehlen!

→ Mehr Infos über das Wiltons: Offizielle Homepage (englisch)

In unmittelbarer Nähe des Restaurants befindet sich übrigens der Piccadilly Circus, dem wir natürlich auch noch einen kurzen Besuch abstatteten. Der Ausdruck "Circus" meint hierbei freilich kein Zelt, in dem Artisten, Clowns und wilde Tiere auftreten, sondern bedeutet so viel wie "Kreisverkehr". Beeindruckend sind vor allem die großen Leuchtreklametafeln, die man so sonst nur aus New York oder Tokyo kennt, aber auch der Brunnen in der Mitte ist sehenswert. Früher wurde der Piccadilly Circus oft als "Mittelpunkt der Welt" bezeichnet - und auch heute noch gilt er, vor allem für Touristen, als Mittelpunkt von London.

Foto des Piccadilly Circus
Foto des Piccadilly Circus   Foto des Piccadilly Circus
Der Piccadilly Circus mit seinen beeindruckende Leuchtreklametafeln ist zwar nicht der geographische Mittelpunkt von London, wohl aber der "Mittelpunkt der Welt".
Foto des Wiltons in London
Zu Tisch im exquisiten Wiltons in London: Feines Ambiente und hervorragende Speisen.

Am nächsten Morgen, als unser Kurzurlaub in London richtig losgehen sollte, überraschte uns das Wetter gemeinerweise mit strömendem Regen. Wir erinnerten uns dabei sofort an ein nettes Zitat aus Asterix bei den Briten:

Asterix: "Habt ihr in Britannien oft so dicken Nebel?"
Teefax: "Oh, nein, nein, nein! Wenn es regnet, dann nicht!"

Da war uns das bisschen Regen dann doch noch lieber als dicke Nebelschwaden, hatten wir doch für diesen Mittag eine Fahrt mit dem London Eye, dem größten Riesenrad Europas, gebucht. Dieses erhebt sich am Ufer der Themse, direkt gegenüber von Big Ben. Wir fuhren also knapp zwei Stunden früher als nötig los, um uns zuvor den weltberühmten Glockenturm und auch die nahe gelegene Kathedrale Westminster Abbey anzusehen.

Viele Leute halten ja den gesamten Glockenturm für Big Ben. Tatsächlich ist das aber lediglich der Name der gewaltigen Glocke, die stattliche 13 Tonnen wiegt und alle fünfzehn Minuten ihren berühmten Glockenschlag ertönen lässt. Der Turm selbst heißt Elizabeth Tower und ist Bestandteil des House of Parliament.

Hier könnt ihr euch den 12-Uhr-Glockenschlag von Big Ben anhören:

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Die nahe gelegene Kathedrale Westminster Abbey war ebenfalls beeindruckend, jedoch durften wir dort leider keine Fotos von innen schießen. Trotzdem muss erwähnt werden, dass diese romanische Kirche - erbaut im 11. Jahrhundert unter Eduard dem Bekenner - die wohl wichtigste Kathedrale Großbritanniens ist. Seit Wilhelm I. im Jahr 1066 werden hier alle Königinnen und Könige von England gekrönt und meist auch beigesetzt.

→ Mehr Infos über Westminster Abbey: Offizielle Homepage

Foto von Westminster Abbey
Foto von Westminster Abbey   Foto von Westminster Abbey
Foto von Westminster Abbey   Foto von Westminster Abbey
Die Kathedrale Westminster Abbey ist seit fast 1000 Jahren die Krönungskirche von Großbritannien.

Pünktlich um 11:30 Uhr traten wir dann unsere rund 40 Minuten dauernde Fahrt im London Eye an. Mit 135 Metern Höhe ist das London Eye das größte Riesenrad Europas und das viertgrößte der Welt (nach Nanchang, Singapur und Las Vegas). Es sollte eigentlich zum Jahrtausendwechsel eröffnet werden, weswegen es auch Millennium Wheel genannt wird, aufgrund technischer Probleme konnte es sich aber erst am 9. März 2000 zum ersten Mal drehen. Ursprünglich war es geplant, das Riesenrad nur fünf Jahre in der Stadt zu lassen, wegen des großen Erfolges bleibt es jetzt aber dauerhaft. Und das ist gut so, denn die Aussicht von dort oben ist unbezahlbar: Von wo sonst kann man sogar auf Big Ben hinabschauen?

→ Mehr Infos über das London Eye: Offizielle Homepage (englisch)

Foto des London Eye
Das London Eye, das größte Riesenrad Europas (und das viertgrößte der Welt).

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Unser nächster Programmpunkt sollte am Nachmittag Madame Tussauds weltberühmtes Wachsfigurenkabinett sein. Um dorthin zu gelangen, mussten wir an der U-Bahn-Station Baker Street aussteigen. Baker Street? Klingelt's da bei Krimi-Fans? Richtig, in der Baker Street wohnt Sherlock Holmes, der berühmte englische Roman-Detektiv! Wo wir nun ohnehin schon mal in der Nähe waren, beschlossen wir, einen kurzen Blick in die Baker Street zu werfen - sie sieht aus wie jede andere Straße auch! Trotzdem erinnern bereits Silhouetten in der U-Bahn-Station und eine Statue oben auf der Straße an den bekannten Romanhelden. In der Hausnummer 221b, der Adresse von Sherlock Holmes, fanden wir passenderweise ein Sherlock Holmes-Museum vor, welches wir uns allerdings aus Zeitgründen nicht von innen ansehen konnten, denn immerhin wollten wir ja Madame Tussauds besuchen. So beließen wir es bei Sherlock Holmes bei einer Außenansicht.

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Nun also auf zu Madame Tussauds! Ich hatte bereits vier Wochen zuvor in Hamburg ein Wachsfigurenkabinett besucht, Madame Tussauds in London ist aber ein paar Nummern größer. Aufgeteilt auf neun thematisch unterschiedliche Räume werden hier lebensgroße Wachsnachbildungen bekannter Persönlichkeiten ausgestellt: Schauspieler, Sportler, Politiker, Künstler und mehr - und erfreulicherweise nur wenig britische Lokalprominenz, sondern großteils Weltstars, die auch Besuchern aus dem Ausland etwas sagen. Selbst unsere deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat hier ihren Platz gefunden, direkt neben US-Präsident Barack Obama. Ein Bonusraum entführt uns schließlich in die unendlichen Weiten des Weltraums: Dort werden die Helden aus Star Wars ausgestellt.

Auch Marie Tussaud persönlich wird in ihrem Wachsfigurenkabinett geehrt: Sie wurde in Paris geboren, lebte von 1761 bis 1850 und erlernte ihr Handwerk im zarten Alter von 17 Jahren. Der Anlass ist allerdings ein wenig makaber: Damals wurden die aufgespießten Köpfe von Hingerichteten öffentlich zur Schau gestellt, jedoch verwesten diese zu schnell, weswegen Marie Tussauds Onkel und später auch sie selbst Wachsnachbildungen der Toten anfertigten. Einige Jahre später zeigte Marie Tussaud ihre Figuren auch in Großbritannien, zunächst in einer Wanderausstellung und ab 1835 schließlich in einem stationären Museum in London.

→ Mehr Infos über Madame Tussauds: Offizielle Homepage

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Nach unserem Abstecher in die Baker Street besuchten wir nun noch eine zweite namhafte Straße: Die Abbey Road! Im dortigen Abbey Road Studio wirkten die Beatles und auf dem Zebrastreifen vor dem Studio nahmen die vier Pilzköpfe das Cover ihres gleichnamigen Albums auf. Seither ist besagter Zebrastreifen für Londons Autofahrer ein Alptraum, da Beatles-Fans aus aller Welt anströmen, um selbst an dieser Stelle die Straße zu überqueren. Auch wir ließen es uns nicht nehmen, einmal hin und einmal zurück über den Zebrastreifen zu laufen - sollen die Autofahrer ruhig hupen, so viel Spaß muss sein!

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Zum Abendessen gab es - ganz traditionell britisch - Fish & Chips, und weil unser auserkorenes Restaurant in der Nähe des Covent Garden lag, schauten wir auf Wunsch von Kilian auch dort noch vorbei. Er hatte nämlich in einem Zeitungsartikel gelesen, dass der französische Künstler Charles Pétillon die gesamte Markthalle des Covent Garden Market mit 100.000 weißen Luftballons dekoriert hat. Dieses Kunstwerk, das den Namen "Heartbeat" trägt, wollten wir uns persönlich ansehen.

→ Artikel über "Heartbeat" in The Guardian: Artist to fill Covent Garden market with 100,000 balloons (englisch)

Und während Kilian die 100.000 Luftballons ablichtete (und gefühlt jeden einzelnen von ihnen knipste ^^), entdeckte ich zufällig einen Mumin-Fanshop im Covent Garden Market. Die Mumins, das sind kleine Trolle aus der Feder der schwedischen Kinderbuchautors Tove Jansson. Bekannt wurden sie durch das Puppenspiel der Augsburger Puppenkiste von 1959 und durch die Animeserie aus dem Jahr 1990. Mit England haben die Mumins also herzlich wenig zu tun, weswegen es mich auch überraschte, ausgerechnet hier einen Fanshop vorzufinden. Natürlich musste ich sofort einen Blick ins Innere werfen! Für einen Plüsch-Mumin war ich dann zwar zu geizig, aber ein kleines Päckchen Mumin-Schokolade durfte es doch sein.

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Der nächste Tag war dann unser großer Harry Potter-Tag. Da wir allerdings vor unserer Abfahrt nach Watford noch knapp zwei Stündchen Zeit hatten, wollten wir diese nutzen, um ein wenig durch den Hyde Park und die angrenzenden Kensington Gardens zu schlendern. Vor allem die Peter Pan-Statue in den Kensington Gardens wollten wir besuchen, aber auch die vielen Blumen und Springbrunnen in beiden Parks waren sicher einen Blick wert.

Wann genau der Hyde Park angelegt wurde, ist nicht bekannt, erstmals erwähnt wurde er im Jahr 1000 nach Christus. Lange Zeit war der Park den Mitgliedern der königlichen Familie vorbehalten und wurde vorwiegend zur Jagd benutzt. Erst James I. machte den Park der Öffentlichkeit zugänglich, seither ist er ein beliebter Erholungsort für gestresste Londoner und Touristen. Außerdem fand hier im Jahr 1851 die erste Weltausstellung statt.

→ Mehr Infos über die Royal Parks in London: Offizielle Homepage (englisch)

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Am späten Vormittag fuhren wir dann mit dem Zug zu den Warner Bros. Studios in Watford, wobei wir das letzte Stück des Weges mit einem Shuttle Bus zurücklegen mussten - und bereits das zauberhafte Design des Busses stimmte uns darauf ein, was uns in den nächsten Stunden erwarten würde!

Warner Bros. Studio Tour: The Making of Harry Potter

Bei der Warner Bros. Studio Tour mit dem passenden Untertitel "The Making of Harry Potter" haben die Fans des Zauberschülers die einmalige Gelegenheit, hinter die Kulissen zu schauen, da hier all die Original-Kulissen, -Kostüme und -Requisiten aus den acht Filmen ausgestellt werden. Eigentlich kann man dazu nicht viel schreiben, denn der Zauber ist am größten, wenn man ihn selbst erlebt. Wer also die Möglichkeit hat, der sollte selbst nach England reisen und die Warner Bros. Studio Tour besuchen - es lohnt sich!

Dennoch wollten wir euch mit ein paar Fotos an unserem Ausflug teilhaben lassen ...

Warner Bros. Studio Tour: The Making of Harry Potter

Warner Bros. Studio Tour: The Making of Harry Potter

Warner Bros. Studio Tour: The Making of Harry Potter

Warner Bros. Studio Tour: The Making of Harry Potter

Warner Bros. Studio Tour: The Making of Harry Potter

Warner Bros. Studio Tour: The Making of Harry Potter

Warner Bros. Studio Tour: The Making of Harry Potter

Warner Bros. Studio Tour: The Making of Harry Potter

Der nächste Tag begann dann wieder mit einem Park. Wir wollten uns nämlich um 11:30 Uhr die alle zwei Tage stattfindende Wachablösung am Buckingham Palace anschauen - und weil der Buckingham Palace direkt am St. James's Park steht, beschlossen wir, zwei Stunden früher hinzufahren und uns vorher noch den Park anzuschauen.

Von der Gestaltung her ähnelt der St. James's Park im Großen und Ganzen dem Hyde Park. Uns ist aber aufgefallen, dass es hier bedeutend mehr Enten und Eichhörnchen gibt - und dass gerade die Eichhörnchen hier bedeutend zutraulicher als bei uns zu Hause sind! Bisher sind alle Eichhörnchen immer schon panisch weg gehüpft, wenn sie eine Kamera auch nur aus zehn Metern Entfernung erahnt haben - die Exemplare hier im St. James's Park kommen interessiert näher, klettern einem sogar das Bein hoch und knabbern unbeeindruckt weiter an ihren Kastanien, selbst wenn sie die Linse direkt vor der Nase haben. So entstanden die mit Abstand besten Eichhörnchen-Aufnahmen, die wir jemals heimgebracht haben, und dass keine hundert Meter entfernt der Buckingham Palace stand, war schnell zur Nebensache geworden.

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Als es schließlich auf 11:30 Uhr zuging, begaben wir uns zu den Wellington Barracks, um bei der Wachablösung zuzuschauen. Leider hatten wir uns vorab nicht genau genug informiert. So bekamen wir zwar durchaus die musikalische Darbietung der Wachen vor dem Guardian Museum mit, wurden jedoch überrascht, als der Zug sich plötzlich in Richtung Buckingham Palace in Bewegung setzte. Wir verloren die Wachen schnell aus den Augen und kamen auch aufgrund der Menschenmassen nicht schnell genug hinterher. Pech gehabt!

Wer sich besser als wir informieren möchte, der kann das auf der offiziellen Seite der Royal Collection tun ...

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Nun gut, dann eben kein Marsch der Palastwachen für uns! Stattdessen setzten wir unsere Harry Potter-Entdeckungsreise fort, denn obwohl wir gestern bereits an der Warner Bros. Studio Tour teilgenommen hatten, gab es auch noch einige Original-Drehorte in London, die wir aufsuchen wollten. Einer davon war das Australia House, in welchem sich die australische Botschaft befindet: Hier entstanden die Innenaufnahmen für Gringotts, die Zaubererbank. Wir als gewöhnliche Muggel kamen zwar nicht hinein, konnten das Gebäude aber zumindest von außen fotografieren und verspürten auch dabei schon ein bisschen Gringotts-Feeling.

Foto des Australia House
Foto des Australia House   Foto des Australia House
Das Australia House in London, Sitz der australischen Botschaft und Drehort der Zaubererbank Gringotts.

Zum Mittagessen sollte es heute Cupcakes geben - dieser neue Trend erobert seit einigen Jahren von den USA aus die Welt. Ich selbst als alter Anime-Fan hatte erstmals im Zusammenhang mit Japan von Cupcakes gehört, weil auch junge Japanerinnen total auf die bunten Küchlein abfahren, aber eigentlich gibt es Cupcakes schon viel länger. Im Grunde handelt es sich um kleine Kuchen mit Cremehaube, die in einer tassengroßen Form gebacken werden. Erstmals erwähnt werden sie in einem Kochbuch aus dem Jahr 1796. In den späten 90er Jahren begannen New Yorker Bäckereien, aufwendig dekorierte Cupcakes zu verkaufen. Ihre Popularität stieg besonders nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 rapide an - der Autor Christopher Nixon vermutet als Zusammenhang, dass die bunten Küchlein den Amerikanern ein Gefühl von Sicherheit gaben. Außerdem hat auch die Fernsehserie Sex and the City zum Trend beigetragen. Heute gibt es nicht nur in den USA, sondern auch in Kanada und Großbritannien unzählige Cupcake-Bäckereien - in London beispielsweise die Primrose Bakery in der Tavistock Street 42. Wir fanden die Cupcakes dort richtig lecker und hätten gern noch weitere Sorten probiert, wenn diese nicht leider so sehr auf die Rippen gehen würden. Bei unserem nächsten Besuch in London schauen wir aber sicher wieder dort vorbei!

→ Mehr Infos über die Primrose Bakery: Offizielle Homepage (englisch)

Cupcakes in der Primrose Bakery
Cupcakes in der Primrose Bakery   Cupcakes in der Primrose Bakery
Cupcakes in der Primrose Bakery: Ein Süßigkeiten-Trend, der die Welt erobert hat.

Frisch mit Cupcakes gestärkt war es am Nachmittag wieder Zeit für ein bisschen Kultur: Der Tower of London stand noch auf unserer To-Do-Liste! Er steht zwar am anderen Ende der Stadt, aber wozu gibt's die U-Bahn? ^^

Nachdem Wilhelm der Eroberer im Jahr 1066 England erobert hatte, ließ er den Tower als Schutzburg vor der wütenden Londoner Bevölkerung errichten. Im Lauf der folgenden Jahrhunderte erfüllte der Tower verschiedene Zwecke - sei es als Waffenkammer, Lagerstätte, königliche Residenz und Zoo, vor allem aber auch als Gefängnis und Hinrichtungsstätte. Der bislang letzte Gefangene war Rudolf Heß im Zweiten Weltkrieg. Bereits seit 600 Jahren kann der Tower auch von Touristen besucht werden - und zwar mit Erfolg: Im Jahr 2011 war der Tower mit 2,5 Millionen Besuchern das meistbesuchte kostenpflichtige Touristenziel Großbritanniens! Unter anderem lassen sich hier die Kronjuwelen bewundern, die wir jedoch, im Gegensatz zur eigentlichen Festungsanlage, leider nicht fotografieren durften - durch das Fotografierverbot möchte man vorbeugen, dass potentielle Diebe zu viele Informationen nach draußen bringen.

Es gibt übrigens eine Legende, laut der Großbritannien untergeht, falls alle Raben den Tower verlassen sollten. Daher lag es wohl nahe, ein paar der schwarzen Vögel einfach in einem Käfig im Innenhof einzusperren! ^^

→ Mehr Infos über den Tower of London: Offizielle Homepage (englisch)

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Direkt am Tower beginnt auch die berühmte Tower Bridge. Sie ist benannt nach dem benachbarten Tower, wird aber auch selber von zwei Türmen (towers) gestützt. Die neugotische Brücke entstand nach den Plänen von Horace Jones, der damit einen Architekturwettbewerb gewonnen hatte, eröffnet wurde sie im Jahr 1894. Somit bekam Horace Jones, der 1887 verstarb, die Eröffnung seiner Brücke selbst nicht mehr mit.

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Unser Abendessen gedachten wir, an diesem letzten Abend im High Timber zu uns zu nehmen, einem Restaurant direkt an der Themse, das sogar im Guide Michelin erwähnt wird. Nun, was soll man sagen? Das Essen war erwartungsgemäß deliziös, sowohl Kilians Bass als auch meine Ente.

→ Mehr Infos über das High Timber: Offizielle Homepage (englisch)

Anders als vom Reiseführer behauptet konnte man die Themse zwar nicht vom Tisch aus sehen, wohl aber die nahe gelegene Millennium Bridge. Diese reine Fußgängerbrücke wurde kurz nach der Jahrtausendwende im Juni 2000 eröffnet, musste aber bereits zwei Tage später wieder geschlossen und stabilisiert werden, da sie unter der Last der Fußgänger zu schwanken anfing - dieses Ereignis brachte ihr auch den Spitznamen "Wobbly Bridge" ein. Übrigens ist auch die Millennium Bridge eine Harry Potter-Kulisse: Im Buch wird sie zwar nicht namentlich erwähnt, im 6. Film Harry Potter und der Halbblutprinz ist aber zu sehen, wie sie von den Todessern zerstört wird - wobei sie nicht nur ein bisschen schwankt, sondern richtig durchgewirbelt wird!

Foto der Millennium Bridge in London   Foto der Millennium Bridge in London
Die Wobbly Bridge Millennium Bridge in London: In der Realität schwankte sie nur ein bisschen, in Harry Potter und der Halbblutprinz wurde sie so richtig durchgewirbelt!

Und auch nur einen Katzensprung entfernt: St. Paul's Cathedral, in deren Inneren wir aber leider ebenfalls nicht fotografieren durften.

Foto von St. Paul's Cathedral
Mehr als diese Außenaufnahme durften wir von St. Paul's Cathedral leider nicht anfertigen.

Nach dem Essen folgte dann noch ein letzter Harry Potter-Drehort: Der ungefähr 20 Minuten Fußmarsch entfernt liegende Leadenhall Market diente als Außenansicht der Winkelgasse. Doch auch ohne Harry Potter-Bezug macht diese viktorianisch überdachte Einkaufsstraße einiges her - wäre es dort nur nicht so voll und so schallend laut!

Foto des Leadenhall Market
Der viktorianisch überdachte Leadenhall Market: Harry Potter-Fans erkennen hier die Winkelgasse wieder.

Am Vormittag unseres letzten Tages in London wollten wir den Kurzurlaub schließlich mit einer Bootsfahrt auf der Themse ausklingen lassen. Eine solche Bootsfahrt war es auch, auf der dem Autor Lewis Carroll sein Geniestreich Alice im Wunderland einfiel. Unsere Bootsfahrt sollte von Westminster bis zum Tower führen, was eine Fahrzeit von etwa einer halben Stunde bedeutete. Zuvor nutzten wir aber die Chance, Big Ben noch einmal bei besserem Wetter abzulichten, nachdem es drei Tage zuvor ja so stark geregnet hatte.

Foto von Big Ben und dem House of Parliament
Big Ben und das House of Parliament: Jetzt endlich auch bei gutem Wetter im Bild!

An der Anlegestelle, dem Westminster Pier, fanden wir zwei Ticketschalter vor, die wohl zu zwei verschiedenen Anbietern von Bootsfahrten gehören. Vor dem einen Schalter standen mehrere Menschen, vor dem anderen absolut niemand - das war die Schalter von Circular Cruise. Keine Ahnung, was all die anderen Touristen an diesem Anbieter störte. Fakt ist aber, dass wir auf unserem Schiff beinahe allein waren, während sich die Menschen auf dem Schiff der Konkurrenz quetschten wie in einer Sardinenbüchse. Dabei hatten wir an unserer Fahrt absolut nichts auszusetzen! Nun ja, uns soll's recht sein, so hatten wir wenigstens allen Platz der Welt und die nötige Ruhe zum Filmen.

London (2015)

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Tja, und nach der Bootsfahrt war es dann auch schon wieder so weit, zum Hotel zu fahren und unsere Koffer abzuholen. Am frühen Nachmittag mussten wir am Bahnhof St. Pancras sein, um rechtzeitig in unseren Eurostar einzuchecken, der uns zurück in Richtung Heimat bringen sollte. Im letzten Moment wurde ich noch schwach und kaufte mir im Paddington Bär-Fanshop am Bahnhof Paddington einen Plüsch-Paddington Bär sowie eine Taschenbuchausgabe von A Bear Called Paddington, welche die Ursprungsgeschichte erzählt - die ich auf der Heimfahrt dann auch direkt verschlungen habe! Auf diese Weise blieb mir das London-Feeling noch ein paar Stunden länger erhalten. Und jetzt habe ich irgendwie Lust, noch einmal alle sieben Harry Potter-Bände zu lesen! Na, ich hab ja auf der täglichen Fahrt zur Arbeit genug Zeit dazu, also warum nicht?

Fazit: London ist eine schöne Stadt, die nicht nur viele krasse Gegensätze bietet (z.B. uralte Kirchen direkt neben hochmodernen Bankgebäuden), sondern auch viele, viele große und kleine Ziele für Fans von zeitlosen Klassikern der britischen Popkultur - von Sherlock Holmes über Peter Pan, Paddington Bär und den Beatles bis hin zu Harry Potter. Billig ist London zwar nicht, aber die Reise lohnt sich allemal! Uns hat's gefallen und vielleicht kommen wir ja irgendwann zurück ...

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Letzte Änderung: 04.02.2017 • ImpressumDatenschutzNach oben