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Heidelberg und Umgebung

Urlaub vor der Haustür vom 24. - 29. Mai 2014

Wer sagt eigentlich, dass Urlaubsreisen immer in die weite Ferne führen müssen? Nicht nur in Berlin und Brüssel, sondern auch im Umkreis von wenigen Kilometern um das eigene Haus herum gibt es so manche Sehenswürdigkeit. Wir nahmen uns Ende Mai 2014 eine Woche lang Zeit, um die Touristenziele anzusteuern, für die zwar Japaner um den halben Globus fliegen, die wir selbst aber trotz örtlicher Nähe teilweise schon seit Jahrzehnten nicht mehr besucht hatten.

Den Anfang bildete Heidelberg, die weltberühmte Altstadt am Neckar, wo bereits Ernst Neubach im Jahr 1925 sein Herz verloren hat. Wir eröffneten den Tag mit einer kleinen Wanderung den Philosophenweg entlang - dieser schlängelt sich gegenüber des Schlosses über den Berg und belohnt somit all diejenigen, die den steilen Aufstieg bewältigt haben, mit einer einmaligen Aussicht. Der bebaute Teil des Philosophenweges ist übrigens eine der teuersten Wohngegenden Heidelbergs, außerdem befindet sich hier das Physikalische Institut der Universität. Den Studenten verdankt der Philosophenweg auch seinen Namen, da sie den Pfad früh für romantische Spaziergänge entdecken - zu dieser Zeit meinten die Begriffe "Student" und "Philosoph" das gleiche, da jeder Student vor Beginn seines Hauptstudiums zunächst Philosophie studieren musste.

Heidelberg (2014)   Heidelberg (2014)

Heidelberg (2014)   Heidelberg (2014)

Heidelberg (2014)   Heidelberg (2014)

Heidelberg (2014)

Zurück ins Tal ging es über den Schlangenweg, der schlangenartig - daher sein Name - über unzählige Stufen den Berg hinab führt, um schließlich an der Alten Brücke anzukommen.

Heidelberg (2014)   Heidelberg (2014)

Heidelberg (2014)   Heidelberg (2014)

Von hier ab schlenderten wir ein gutes Stündchen durch die Altstadt, wo wir auch in einem gut bürgerlichen Restaurant zum Mittagessen einkehrten, bevor wir anschließend mit der Bergbahn hinauf zum Schloss fahren wollten.

Heidelberg (2014)   Heidelberg (2014)

Hoch oben auf Schlosseszinnen brach für meinen Freund allerdings eine kleine Welt zusammen: Ihm war bis zu diesem Tag nicht bewusst, dass das Heidelberger Schloss nurmehr eine Ruine ist, er hatte ein gut erhaltenes Prunkschloss á la Neuschwanstein erwartet. Tatsächlich fehlt dem Heidelberger Schloss aber seit den Pfälzischen Erbfolgekriegen Ende des 17. Jahrhunderts so manche Wand und Decke. Nichtsdestotrotz ist das Schloss nach wie vor ein Wahrzeichen der Stadt Heidelberg. Erstmals erwähnt wurde es im Jahr 1225, damals allerdings noch als "Burg" - vermutlich war das damals noch ein anderes Bauwerk als das heutige Schloss, welches aufgrund seiner Bausubstanz auf das 15. Jahrhundert datiert wird.

→ Mehr Infos über das Heidelberger Schloss: Offizielle Homepage

Heidelberg (2014)

Heidelberg (2014)   Heidelberg (2014)

Heidelberg (2014)   Heidelberg (2014)

Heidelberg (2014)   Heidelberg (2014)

Weitere Fotos auf Flickr: Heidelberg

Am zweiten Tag blieben wir beim Thema "Schlösser und Burgen", indem wir in das 15 Kilometer östlich von Heidelberg gelegene Neckarsteinach fuhren, welches ganze vier Burgen zu bieten hat. Alle vier lassen sich bequem abwandern, jedoch kommt man nur in zwei von ihnen hinein, da die anderen beiden in Privatbesitz sind. So konnten wir auch die Mittelburg, die wir nach einem kurzen Stadtbummel und einem ebenso kurzen Aufstieg als erstes erreichten, lediglich von außen betrachten.

Neckarsteinach (2014)

Neckarsteinach (2014)   Neckarsteinach (2014)

Ganz anders die Hinterburg, welche wir nach einem kurzen Spaziergang durch den Wald erreichten: Sie ist mit einer Entstehungszeit um das Jahr 1100 herum die älteste der vier Burger Neckarsteinachs und bietet von ihrem Turm aus eine beeindruckende Aussicht auf das Neckartal.

Neckarsteinach (2014)

Neckarsteinach (2014)   Neckarsteinach (2014)

Neckarsteinach (2014)   Neckarsteinach (2014)

Neckarsteinach (2014)

Ein weiterer kurzer Waldspaziergang führte uns zur Burg Schadeck, auch "Schwalbennest" genannt. Sie liegt ein wenig abseits der übrigen drei Burgen und ist die jüngste Burg der Stadt, entstanden um 1230 unter Ulrich II. Sie wurde zum Teil aus dem Fels herausgeschlagen, über den Fels verlief dann auch ein Teil des Wehrgangs.

Neckarsteinach (2014)   Neckarsteinach (2014)

Neckarsteinach (2014)   Neckarsteinach (2014)

Neckarsteinach (2014)   Neckarsteinach (2014)

Weitere Fotos auf Flickr: Neckarsteinach

Den Zugang zur vierten Burg, der Vorderburg, fanden wir übrigens nicht - da wir aber wussten, dass wir ohnehin nicht hinein dürfen, verschwendeten wir auch gar nicht viel Zeit an die Suche und genehmigten uns stattdessen lieber im Ortskern noch ein Eis, bevor wir schließlich die Heimreise antraten.

Am nächsten Tag stand Mannheim auf dem Programm, in erster Linie der Luisenpark. Es war ein ganz gewöhnlicher Montag außerhalb der Ferienzeit, sodass die Ausflugsziele der Stadt wie leergefegt waren - uns sollte es recht sein, bedeutete es doch kürzere Wartezeiten und weniger Gedränge. Tatsächlich waren wir die beiden einzigen Menschen, die an diesem Vormittag den Fernmeldeturm hinauf fuhren, um sich den Park und die ganze Stadt zunächst von oben anzusehen.

Mannheim (2014)

Mannheim (2014)   Mannheim (2014)

Über einen Nebeneingang direkt am Fernmeldeturm betraten wir dann den Luisenpark und waren auch dort fast allein. Wir eröffneten unseren Aufenthalt im Park mit einer Fahrt auf der Gondoletta, einer ruhigen Bötchenfahrt, auf der wir nur von Enten, Gänsen und Reihern Gesellschaft hatten.

Mannheim (2014)   Mannheim (2014)

Mannheim (2014)   Mannheim (2014)

Mannheim (2014)   Mannheim (2014)

Später erreichten wir das Chinesische Teehaus, welches im Jahr 2001 eröffnet wurde und somit zu den neueren Sehenswürdigkeiten innerhalb des Parks zählt. Wir genossen die fernöstliche Atmosphäre und kehrten auch ein, um den namensgebenden chinesischen Tee nebst einen Stück Kuchen selbst zu probieren.

Mannheim (2014)   Mannheim (2014)

Mannheim (2014)   Mannheim (2014)

Mannheim (2014)   Mannheim (2014)

Mannheim (2014)   Mannheim (2014)

Mannheim (2014)   Mannheim (2014)

Zuletzt schlenderten wir noch rüber zum Pflanzenschauhaus, welches seit 1958 im Park steht und somit ein kleines bisschen älter ist. Entgegen seines Namens zeigt es dem Besucher nicht nur Palmen und Kakteen, sondern auch Fische, Reptilien und seit 1996 tropische Schmetterlinge.

Mannheim (2014)   Mannheim (2014)

Mannheim (2014)   Mannheim (2014)

Mannheim (2014)   Mannheim (2014)

Eröffnet wurde der Luisenpark übrigens Ende des 19. Jahrhunderts als einer von zwei großen Mannheimer Stadtparks - das andere ist der Herzogenriedpark. In beiden Parks zusammen fand im Jahr 1975 die Bundesgartenschau statt, weswegen der Park deutlich umgebaut und erweitert wurde. Trotzdem, vielleicht auch gerade deshalb bezeichnete der WDR den Luisenpark einmal als "eine der schönsten Parkanlagen Europas".

→ Mehr Infos über den Luisenpark: Offizielle Homepage

Mannheim (2014)   Mannheim (2014)

Mannheim (2014)

Weitere Fotos auf Flickr: Mannheim

Nun bereits in der Halbzeit unserer Urlaubswoche angekommen, zog es uns am nächsten Morgen nach Speyer. Dort wollten wir zunächst im Historischen Museum der Pfalz die Ausstellung 40 Jahre Playmobil besuchen, die einen bedeutsamen Teil meiner Kindheit zurück brachte - vor 15 bis 25 Jahren zählten Playmobil-Burgen und später die Playmobil-Westernbahn zu meinen Lieblingsspielzeugen. All die Produkte, mit denen ich aufgewachsen war, entdeckten wir in der Ausstellung wieder und schwelgten dabei in Erinnerungen.

Playmobil-Ausstellung in Speyer (2014)

Playmobil-Ausstellung in Speyer (2014)   Playmobil-Ausstellung in Speyer (2014)

Playmobil-Ausstellung in Speyer (2014)   Playmobil-Ausstellung in Speyer (2014)

Playmobil-Ausstellung in Speyer (2014)

Playmobil-Ausstellung in Speyer (2014)

Playmobil-Ausstellung in Speyer (2014)

Playmobil-Ausstellung in Speyer (2014)   Playmobil-Ausstellung in Speyer (2014)

Weitere Fotos auf Flickr: Playmobil-Ausstellung in Speyer

Direkt gegenüber des Museum erhebt sich der Dom zu Speyer, der kulturell vielleicht ein klein wenig bedeutender ist. Er heißt offiziell "Domkirche St. Maria und St. Stephan", zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe und ist die größte erhaltene romanische Kirche der Welt. Mit dem Bau der Kathedrale wurde im Jahr 1025 unter Kaiser Konrad II. begonnen. Übrigens entdecken wir ein halbes Jahr zuvor in Brüssel auch ein kleines Modell des Speyerer Doms.

→ Mehr Infos über den Speyerer Dom: Offizielle Homepage

Speyerer Dom (2014)

Speyerer Dom (2014)   Speyerer Dom (2014)

Speyerer Dom (2014)   Speyerer Dom (2014)

Speyerer Dom (2014)   Speyerer Dom (2014)

Weitere Fotos auf Flickr: Speyerer Dom

Wenige Minuten Fußmarsch hinter dem Dom erwartete uns schließlich das Sea Life, ein Großaquarium und eins der ältesten seiner Art in Deutschland. Als wir im Jahr 2003, wenige Wochen nach der Eröffnung, zum letzten Mal dort waren, mussten wir bereits vor dem Eingang eine knappe Stunde anstehen, und drinnen war es ein Gedränge sondergleichen. Jetzt, außerhalb der Ferienzeit und elf Jahre nach dem ersten Ansturm, konnten wir einfach rein spazieren und ohne Wartezeit unsere Karten lösen. Drinnen waren wir dann fast allein mit den Fischen und den seit 2011 ebenfalls vorhandenen Kuba-Krokodilen.

Weitere Sea Lifes gibt es beispielsweise in Kostanz, im Legoland Günzburg oder in München, die wir alle drei im Lauf der Jahre ebenfalls besucht haben. Jedes von ihnen basiert auf dem gleichen Grundgedanken (einheimische Fische zeigen), ist aber auch auf seine Weise einzigartig, so dass der Grundsatz "kennst du eins, kennst du alle" hier definitiv nicht gilt!

→ Mehr Infos über das Sea Life: Offizielle Homepage

Sealife Speyer (2014)

Sealife Speyer (2014)   Sealife Speyer (2014)

Sealife Speyer (2014)   Sealife Speyer (2014)

Sealife Speyer (2014)   Sealife Speyer (2014)

Sealife Speyer (2014)   Sealife Speyer (2014)

Weitere Fotos auf Flickr: Sea Life Speyer

Nachdem Speyer eine verhältnismäßig weite Reise für diese Woche war, lag unser Ziel am Folgetag bedeutend näher: Der Schwetzinger Schlossgarten befindet sich lediglich fünfzehn Minuten zu Fuß von meiner Grundstücksgrenze entfernt, so dass es fast schon als ein Frevel anzusehen ist, dass ich dort bis dahin drei Jahre lang nicht mehr war.

Der Schwetzinger Schlossgarten wurde im 18. Jahrhundert unter den Kurfürsten Karl Philipp und Karl Theodor angelegt und ist nicht zuletzt aufgrund der jährlich stattfindenden Schwetzinger Festspiele überregional bekannt. Doch auch außerhalb der Festspielsaison lädt der Garten mit seinen Springbrunnen, Brücken und Tempeln zum Lustwandeln ein. Wir genossen den ruhigen Tag und sparen uns an dieser Stelle weitere Worte, damit auch ihr die Bilder genießen könnt.

→ Mehr Infos über das Schwetzinger Schloss: Offizielle Homepage

Schwetzinger Schlossgarten (Mai 2014)

Schwetzinger Schlossgarten (Mai 2014)   Schwetzinger Schlossgarten (Mai 2014)

Schwetzinger Schlossgarten (Mai 2014)   Schwetzinger Schlossgarten (Mai 2014)

Schwetzinger Schlossgarten (Mai 2014)   Schwetzinger Schlossgarten (Mai 2014)

Schwetzinger Schlossgarten (Mai 2014)   Schwetzinger Schlossgarten (Mai 2014)

Schwetzinger Schlossgarten (Mai 2014)   Schwetzinger Schlossgarten (Mai 2014)

Schwetzinger Schlossgarten (Mai 2014)   Schwetzinger Schlossgarten (Mai 2014)

Schwetzinger Schlossgarten (Mai 2014)   Schwetzinger Schlossgarten (Mai 2014)

Schwetzinger Schlossgarten (Mai 2014)   Schwetzinger Schlossgarten (Mai 2014)

Schwetzinger Schlossgarten (Mai 2014)   Schwetzinger Schlossgarten (Mai 2014)

Schwetzinger Schlossgarten (Mai 2014)   Schwetzinger Schlossgarten (Mai 2014)

Weitere Fotos auf Flickr: Schwetzinger Schlossgarten

Im Anschluss an unseren Besuch im Schlossgarten kehrten wir in dem chinesischen Restaurant Xia Garden, welches sich direkt hinter dem Schlossgarten befindet, zum Abendessen ein, bevor wir den Abend schließlich im Kino mit Disney's Maleficent - Die dunkle Fee ausklingen ließen.

Der letzte Tag unserer Urlaubswoche war schließlich Donnerstag, der 29. Mai, auf welchen in diesem Jahr Christi Himmelfahrt fiel. Wir nutzten die Chance, dass der Holiday Park an diesem Tag wieder eröffnete, um dem Freizeitpark im pfälzischen Haßloch einen Besuch abzustatten.

Ich kenne den Holiday Park noch aus frühesten Kindertagen und erinnere mich sogar an einen Ausflug dorthin mit meinem Kindergarten im Jahr 1990. Aber je mehr schöne Erinnerungen an etwas hänger, desto allergischer reagiert man auch auf Veränderungen. Sachlich betrachtet ist der Holiday Park nämlich nach wie vor ein schöner Park - uns verhagelte es aber an diesem Tag gehörig die gute Laune, als wir feststellten, dass seit unserem letzten Besuch diverse Lizenzfiguren wie Wickie oder Biene Maja Einzug in den Park erhalten haben. Das allein wäre ja noch nicht das Problem, jedoch kennen und lieben wir die genannten Serien als Animes aus den 70er Jahren. Seit 2012 gibt es auch eine Neuverfilmung als 3D-Animation, die für uns als Freunde der Klassiker nur Kitsch ist - und natürlich sind die Attraktionen im Park zeitgemäß und basieren daher auf der 3D-Variante. Dass unsere geliebte gelbe Looping-Achterbahn Superwirbel im Vorjahr abgerissen wurde, setzte dem Ganzen die Krone auf. Da half es auch nichts mehr, dass der Donnerfluss immer noch so aussieht wie eh und je oder dass die Wildwasserbahn Teufelsfässer trotz Umbenennung zu Wickie Splash weiterhin Spaß macht - unsere Stimmung war erstmal im Eimer!

Trotzdem hatten wir an diesem Tag unseren Spaß, und schließlich hatte der "Schock" auch seine positiven Seiten: In der Warteschlage zu Tabaluga sinnierten wir über Freizeitparks mit Lizenzfiguren und kamen auf Disneyland zu sprechen. Aus diesen Gedanken entwickelte sich schließlich unser Kurzurlaub in Paris, der fast genau ein Jahr später stattfand.

→ Mehr Infos über den Holiday Park: Offizielle Homepage

Holiday Park (2014)   Holiday Park (2014)

Holiday Park (2014)   Holiday Park (2014)

Holiday Park (2014)   Holiday Park (2014)

Holiday Park (2014)   Holiday Park (2014)

Holiday Park (2014)   Holiday Park (2014)

Holiday Park (2014)   Holiday Park (2014)

Holiday Park (2014)   Holiday Park (2014)

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Holiday Park (2014)   Holiday Park (2014)

Holiday Park (2014)

Weitere Fotos auf Flickr: Holiday Park

Es war durchaus interessant, einmal all die Ausflugsziele zu besuchen, die sich nur wenige Kilometer vom trauten Heim entfernt befinden. Wozu in die Ferne schweifen, wenn es so viel Sehenswertes in unmittelbarer Nähe zu finden gibt? In diesem Sinne wiederholen wir eine solche Woche sicher irgendwann auch im Umkreis von München, wo mein Freund lebt.


Letzte Änderung: 15.04.2017 • ImpressumDatenschutzNach oben