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Eurobeat

Eurobeat gehört zu meinen favorisierten Musik-Genres. Auf dieser Seite möchte ich euch diese spezielle Elektro-Tanzmusik italienischer Herkunft ein wenig näher bringen.

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Der nachfolgende Artikel wurde von mir verfasst und erschien ursprünglich im Herbst 2007 in Ausgabe 50 der FUNime. Auf dieser Seite veröffentliche ich nun eine aktualisierte Fassung des Textes.

Eurobeat & Para Para

Als Mitte 2006 Shanadoo ihre Single King Kong in Deutschland veröffentlichten, hat hierzulande zum ersten Mal eine breite Öffentlichkeit realisiert, dass es so etwas wie Para Para gibt. Zwar herrschte bei uns bereits Ende 80er und Anfang der 90er ein Eurodance-Fieber, und Eurodance weist gewisse Ähnlichkeit zu Eurobeat - der Musik, die normalerweise zum Para-Para-Tanzen verwendet wird - auf, aber es gibt eben doch einige kleine, aber feine Unterschiede. Vor allem ist Eurobeat noch mal eine ganze Stufe schneller als der Eurodance, der von vielen Menschen schon als sehr schnell bezeichnet wird. Über 150 bpm (= beats per minute, Taktschläge pro Minute) sind keine Seltenheit.

Eurobeat-Musik wird fast ausschließlich in Italien produziert, aber weder dort noch in anderen europäischen Ländern groß veröffentlicht, sondern hauptsächlich in Japan. Die Rechteinhaber scheinen kein Interesse daran zu haben, diese Musik außerhalb Japans groß zu verbreiten, warum auch immer. In Japan hingegen gibt es Unmengen von Eurobeat-CDs, am bekanntesten ist die Compilation-Reihe Super Eurobeat, die seit 1990 erscheint und mit über 230 Alben die längste Dance-Compilation-Serie der Welt ist.

Screenshot aus Saturday Night Fever
John Travolta tanzt einen Vorgänger von Para Para in Saturday Night Fever (1978)

Para Para, der Tanz zur Eurobeat-Musik, hat seinen Ursprung in dem Tanzfilm Saturday Night Fever mit John Travolta, der Ende 1978 in die japanischen Kinos kam. Die Tanzbewegungen aus diesem Film waren bei den japanischen Jugendlichen sehr beliebt, und so begannen sie, die Tänze nachzutanzen. Als dann die ersten Eurobeat-CDs erschienen, erkannte man sehr schnell, dass die Bewegungen und die Musik sehr gut zusammenpassen. Die einfachste und treffendste Beschreibung für Para Para wäre also: Die Tanzbewegungen aus Saturday Night Fever zu Eurobeat-Musik.

Etwas komplizierter wird die Sache dadurch, dass jeder Song festgelegte Bewegungen hat, die genau eingehalten werden müssen. Zwar gibt es nur wenige Grundbewegungen, wie z.B. die Hände zu einem Schmetterling formen oder mit dem Arm einen großen Kreis in die Luft malen, doch diese Bewegungen werden bei jedem Lied in einer anderen Reihenfolge und Häufigkeit aneinandergereiht. Wie nun die Bewegungskombination für einen bestimmten Song aussieht, lässt sich nach einigem Suchen im Internet nachlesen, gängiger ist es jedoch, von Videos zu lernen. Man schaut sich ein Video an, das meist auch noch in der Ecke ein Spiegelbild enthält, stellt sich vor den Fernseher und tanzt ganz einfach das nach, was die Mädchen auf dem Bildschirm machen. Viele solcher Videos sind in Japan auf DVD erschienen, man findet aber auch nicht wenige davon auf YouTube, Suchbegriff "Para Para Paradise".

Para Para All Stars
Auftritt der Para Para All Stars auf der Osaka Automesse 2002 (Screenshot aus der Video-CD Para Para Paradise 6)

Wer hierzulande Para Para tanzen möchte, steht damit leider weitgehend allein da. Das ist kein großes Wunder, immerhin kennt hier fast niemand Para Para, daher gibt es z.B. auch nur verschwindend wenige Para-Para-Gruppen in Deutschland. Eine ist das I Love You! Project, die 2005 auf der Connichi auftraten und außerdem mit Anipara Club eine der wenigen deutschen Para-Para-CDs veröffentlichten. Ansonsten ist Para Para zwar durchaus in einigen Animes oder anderen Filmen aus bzw. über Japan kurz zu sehen, ohne allerdings weiter darauf einzugehen. Ein Beispiel dafür ist Dragon Ball GT, wo Son-Goku und seine Freunde in einer Episode mit den Para Para Brothers ein Tänzchen wagen müssen. Des Weiteren zeigt das Detektiv Conan-Intro Die Liebe kann nicht warten Conan beim Para-Para-Tanz.

Screenshot aus Detektiv Conan Screenshot aus Dragon Ball GT
Der Para Para kann nicht warten: Detektiv Conan beim Tanzen Die Para Para Brothers bitten in Dragon Ball GT zum Tanz

Screenshot aus Initial D
Hot Hot Racin' Car: In dem Auto-Anime Initial D werden die heißen Rennen mit Eurobeat unterlegt

Und dann gibt es noch Initial D, eine Anime-Serie um Straßenrennen, die zwar mit Para Para an sich nichts zu tun hat, aber von vorne bis hinten mit Eurobeat vollgestopft ist. Dass das so bleibt, wenn die Serie irgendwann einmal ihren Weg nach Deutschland findet, ist allerdings zu bezweifeln, da schon in der amerikanischen Version sämtlicher Eurobeat entfernt und durch Hip Hop ersetzt wurde. (Nachtrag: Inzwischen gibt es dank FUNimation auch eine Neusynchro mit dem Original-Soundtrack.)

Am einfachsten dürfte es für den an Para Para interessierten Deutschen sein, sich das Playstation 2-Spiel Para Para Paradise zu importieren. Ähnlich wie bei Dance Dance Revolution gilt es hier, passend zur Musik den Pfeilen auf dem Bildschirm zu folgen, hier eben nicht mit den Füßen, sondern mit den Händen. Daher steht man bei Para Para Paradise nicht auf einer Tanzmatte, sondern ist von fünf speziellen Sensoren umgeben, die die Bewegungen eurer Arme registrieren und bewerten.

Screenshot aus Para Para Paradise
Para Para fürs heimische Wohnzimmer: Para Para Paradise auf der Playstation 2 (nur als Import zu kriegen)

Wem es hingegen nur um die Musik geht, der hat nicht viele Möglichkeiten. Zwar lassen sich viele Eurobeat-CDs über verschiedene Online-Shops bequem importieren, allerdings zu Preisen, die sich gewaschen haben - oder eben mit langer Wartezeit, wenn man am Porto sparen will. Zu humaneren Preisen offiziell in Deutschland erschienen sind lediglich die Singles von Shanadoo sowie die bereits erwähnte CD vom I Love You! Project. Außerdem sind vier Para-Para-Songs aus der Reihe Anipara Kids auf der Anime Nation 2 erschienen. Wem das nicht reicht, dem bleibt wohl wirklich nur der Import - oder eben Internet-Radio! So läuft beispielsweise auf Kibo.FM jeden Samstag um 23:00 Uhr Night of Fire, eine 2-stündige und deutsch moderierte Sendung über Eurobeat.

Fazit: Wer die Möglichkeit hat, sollte einmal bei Eurobeat reinhören. Es lohnt sich und hilft außerdem, diese flotte Musik in unseren Breitengraden bekannter zu machen.


Eurobeat Charts

Night of Fire
Bildnachweis: Feuer: "Lärmfeuer 2010" von 4028mdk09, Lizenz: Creative Commons BY-SA 3.0, Originalbild

Jeden Samstag Abend von 23 bis 1 Uhr läuft auf Kibo.FM die Sendung Night of Fire, in der euch ein bunter Querschnitt durch flotte japanische Musik mit absolutem Schwerpunkt auf Eurobeat präsentiert wird.

Einmal im Monat - immer am ersten Samstag eines Monats - sind zudem die Eurobeat Charts im Programm, in denen ihr eure Lieblings-Eurobeat-Songs an die Spitze voten könnt. Im Folgenden könnt ihr die aktuellen Charts nachlesen, und hier geht's zum Voting-Formular.

  1. David Dima - Tsundere Night
  2. Anipara Kids - Moete Hero
  3. Niko - Pilot Is the Hero
  4. Tokyo Future - Da Burning Tokyo
  5. Lazy Town - We Are Number One ~BGV & Voxx euro arrange~
  6. Manuel & Lolita - Foxy Love
  7. Manuel - Gas Gas Gas
  8. Newcomer: Chris Stanton - Ready Forever
  9. Newcomer: Mad Cow & The Royal Eurobeat Orchestra of Bazookistan - Bazookistan
  10. Newcomer: Veronica - Mamma Mia

Dejo und Bratt Sinclaire
Dejo (links) und Bratt Sinclaire produzieren einen neuen Erfolgstitel für das Label SinclaireStyle
(Screenshot aus dem Making of zu
1. 2. 3. 4. Fire! (SEB 207) auf Youtube)


Super Eurobeat

Super Eurobeat 192
Super Eurobeat Vol. 192 aus dem Jahr 2008, meine persönliche Lieblings-CD aus der Reihe • © avex

Super Eurobeat (SEB) ist eine Musik-Compilation zum Thema Eurobeat. Bisher sind über 230 CDs erschienen, womit Super Eurobeat zu den längsten CD-Reihen der Welt gehört. Die CDs erscheinen derzeit alle zwei Monate (Stand: 2015), sodass jedes Jahr sechs neue Ausgaben erscheinen.

Auf älteren Alben (Super Eurobeat Vol. 186 abwärts) erschienen in unregelmäßigen Abständen Non-Stop-Mixe mit bereits erschienenen Titeln, zusammengemixt zu "einem" Song. Seit der Super Eurobeat Vol. 187 wurden wieder die Extendeds (ausführliche Ausgaben mit 14 bis 15 langen Songs) eingeführt. Seitdem gab es in jeder Dekade eine andere Besonderheit in den Alben. Die Super Eurobeat Vol. 191 bis 196 enthielten 13 Extended-Songs und einen Mega-Mix aus allen Liedern der jeweiligen CD. Vol. 197 bis 199 enthielten nur Mega-Mixe, die den Countdown zur Super Eurobeat Vol. 200 einläuten sollten. Auf den Super Eurobeat Vol. 201 bis 209 gab es 12 neue Extended-Tracks, einen J-Euro-Remix und einen neu aufgelegten älteren Eurobeat-Song. Seit der Super Eurobeat Vol. 211 sind 15 Extended-Songs auf einer CD enthalten, wobei ein Track ein Remix eines älteren Songs ist.

Super Eurobeat wird ausschließlich in Japan verkauft und ist lediglich als Import zu haben.

Die erste Ausgabe erschien am 21. Januar 1990 und wurde, genau wie Folge 2 bis 8, von Beat Freak veröffentlicht. Seit dem 25. November 1990 werden die CDs von avex veröffentlicht, die im November 1994 auch Folge 1 bis 8 mit leicht veränderter Trackliste neu auflegten.

Außerdem erscheint in unregelmäßigen Abständen Super Eurobeat presents, wo es z. B. Weihnachtslieder oder Disney-Songs als Eurobeat-Remix zu hören gibt.

Weblinks

Dieser Abschnitt basiert auf dem Artikel Super Eurobeat aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.


Das nachfolgende Review entstand im Januar 2011 für die Nintendo-Radiosendung Pilze-Wunderland on air und legt den Schwerpunkt auf das Gameboy Advance-Spiel Initial D - Another Stage, dennoch wird auch auf die zugrunde liegende Anime-Serie Initial D eingegangen.

Initial D - Another Stage

Initial D - Another Stage erschien 2002 in Japan für den Gameboy Advance und erreichte niemals den Rest der Welt. Entwickelt wurde das Spiel von der Firma Sammy, die in Europa nahezu unbekannt ist, aber im Jahr 2004 mit Sega fusionierte. Es handelt sich bei Initial D - Another Stage um eine Art Mischung aus Rennspiel und Rollenspiel, wobei die RPG-Elemente deutlich überwiegen, das Spiel aber weit vom Spielspass eines Final Fantasy entfernt bleibt.

Reden wir aber erstmal über die Anime-Serie Initial D, auf der das Spiel basiert. Diese startete in Japan im April 1998 und wurde von avex produziert - avex ist die gleiche Firma, die auch die Super Eurobeat-CDs veröffentlicht, und das ist kein Zufall, denn der Soundtrack der Serie besteht zum Großteil aus bekannten Eurobeat-Hits. Höchstwahrscheinlich war Initial D ursprünglich sogar einfach nur eine Werbeserie für die Eurobeat-CDs, denn viel Story ist nicht vorhanden, was ein typisches Merkmal für Merchandise-Serien ist.

Screenshot aus Initial D Screenshot aus Initial D

Hauptfigur ist der 18-jährige Takumi Fujiwara, der jeden Morgen die Lieferungen für das Tofu-Geschäft seines Vaters ausfährt, wodurch er im Lauf der Zeit viel Erfahrung mit Nachtfahrten auf engen Strassen gesammelt hat. Zufällig gerät er zwischen die Fronten der Speedstars und Redsuns, zwei konkurrierenden Rennteams. Der Rennfahrer in Takumi erwacht, und so schlägt er sich auf die Seite der Speedstars, um fortan an gefährlichen, aber spannenden Straßenrennen teilzunehmen.

Der Eurobeat ist es, der dabei die Rennen musikalisch unterlegt und damit die Spannung etwas erhöht - allerdings nur in der japanischen Version. In der US-Fassung wurde nämlich bei der Erstsynchro sämtlicher Eurobeat entfernt und stattdessen Hip Hop eingefügt, was einem wahren Fan direkt die ganze Serie vermiest. Insgesamt kam die Serie übrigens auf vier Staffeln. Hinzu kommt ein Anime-Kinofilm sowie eine chinesische Realverfilmung mit Jay Chou als Takumi.

Bemerkenswert an Initial D ist, dass alle vorkommenden Autos tatsächlich existierende Modelle sind. Der sogenannte Eight-Six, mit dem Takumi antritt, ist beispielsweise ein Toyota Sprinter Trueno GT-APEX, der auch AE86 genannt wird und von 1983 bis 1987 hergestellt wurde.

Ae086.jpg
Ein echter AE86 in Melbourne • Foto: Ae086, Lizenz: Creative Commons BY-SA 3.0

Aber nun zurück zum Spiel: In Initial D - Another Stage übernehmt ihr keinen bekannten Charakter aus der Serie, sondern spielt euch selbst, der als neuer Rennfahrer in die Stadt gekommen ist. Den Tag verbringt ihr damit, mit den Personen in eurem Umkreis zu plaudern und irgendwann wird es dann Abend und die Rennen können beginnen. Zunächst dürft ihr - genügend Kohle vorausgesetzt - euer Auto ein bisschen aufmotzen, und dann geht's ab auf die Straße. Dabei dürft ihr aber nicht, wie in einem herkömmlichen Rennspiel, einfach auf's Gas drücken und lenken, nein, nein! Stattdessen fährt euer Auto mehr oder weniger automatisch, ihr könnt lediglich zwischen der linken und rechten Fahrspur hin und her wechseln. Wenn eine Kurve ansteht, dann stellt euch das Spiel einige Fragen dazu, wie ihr die Kurve nehmen wollt, denn es gibt durchaus mehrere Brems-Techniken und ähnliches. Die Antworten auf diese Fragen werden mit der Beschaffenheit der Kurve zusammengerechnet und ermitteln damit, wie gut und schnell ihr um die Kurve kommt und wie sich das auf den Zustand eurer Reifen und auf euren Sprit-Vorrat auswirkt.

Screenshot aus Initial D - Another Stage Screenshot aus Initial D - Another Stage

Vielleicht wäre dieses Spielprinzip ja durchaus zumindest eine Weile lang spannend, das Problem ist nur, dass das Spiel aufgrund der vielen Fragen und Antworten ohne Japanisch-Kenntnisse so gut wie unspielbar ist - man drückt eben auf gut Glück rum und weiß nicht so genau, warum das Auto nun gut bzw. schlecht um die Kurve kommt. Würde man die Sprache verstehen, hätte man sicher etwas mehr Freude an der Sache, aber ein Dauerspaß-Titel sieht doch anders aus, zumal auch nicht wirklich eine Story existiert und die Strecken alle sehr ähnlich aussehen, Abwechslung wird hier klein geschrieben.

Dass das Spiel niemals in Deutschland erschien, ist somit kein wirklicher Verlust. Und falls die Serie einmal bis zu uns kommen sollte, dann bleibt zu hoffen, dass die japanische Version bzw. die erneuerte US-Synchro übernommen wird, damit wir Eurobeat und keinen Hip Hop hören dürfen.


Danke fürs Korrekturlesen an Prof. eurob. "Kira" Tristan

Bildnachweis: Alle Screenshots in diesem Artikel sind selbst erstellt. Das Copyright liegt bei den Rechteinhabern der jeweiligen Filme, Serien und Spiele.
Detektiv Conan: © TMS Entertainment, Dragon Ball GT: © Toei Animation, Initial D: © avex, Initial D - Another Stage: © Sammy Corporation, Para Para Paradise: © Konami, Saturday Night Fever: © Paramount Pictures Corporation

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Letzte Änderung: 15.06.2017 • ImpressumDatenschutzNach oben