SUPER MARIO LAND

Momentan vergnügen sich viele von uns mit dem Nintendo DS als Begleiter für unterwegs, aber dies wäre heute ja gar nicht möglich, wenn es nicht damals den tollen GameBoy von Gunpei Yokoi gegeben hätte. Neben dem von uns einmal schon vorgestellten Tetris kommt heute der andere Hittitel für den bei uns damals in Europa noch neuen GameBoy dazu, Super Mario Land. Nachdem die Super Mario Bros. auf dem NES Nintendo bereits einen riesigen Erfolg beschert hatten, wurde Gunpei Yokoi bei seiner Arbeit am GameBoy für weitere Ableger von Shigeru Miyamotos Klempnern verpflichtet. Naja, dies war für Herrn Yokoi damals wohl eher eine unangenehme Sache, denn schließlich wollte er ja auch seine eigenen Projekte angehen, musste jedoch im Schatten Miyamotos arbeiten. Was dies letztendlich für Auswirkungen im Spiel hatte, kommt später. Das Spiel erschien am 21. April 1989 in Japan und folgte bei uns Europäern dann am 28. September 1990. Es war eines der Starttitel des GameBoys in Deutschland und wurde damals im Bundle zusammen mit dem GameBoy und Tetris verkauft, (und das sehr gut!). Außer, dass Super Mario Land das erste Handheld-Mario war, war es zudem auch das erste Handheldspiel mit scrollenden Leveln.
Doch nun zur Geschichte: Das schreckliche Weltraumungeheuer Tatanga hat das einst friedliche Sarasaland angegriffen und die Bewohner in Monster verwandelt. Unser aller Lieblingsklempner Mario macht sich durch die 12 Level der Königreiche Birabuto, Muda, Easton und Tschai auf, um die liebliche Prinzessin Daisy zu retten. Was? Kein Bowser und keine Prinzessin Peach, fragen sich manche von euch? Ja, denn wie gesagt, war Super Mario Land nicht von Shigeru Miyamoto. Gunpei Yokoi musste zwar ein Mariospiel herstellen, was aber nicht heißt, dass er nicht seine eigenen Änderungen an dem Spiel machen durfte. Deswegen sind viele Figuren und Elemente ganz anders als in den heutigen und dem ersten Mariospielen. Beispielsweise gibt es hier anstatt dem Feuer-Mario den Superball-Mario. Wenn Mario eine Feuerblume sammelt, dann kann er Bälle werfen, die von Böden und Wänden abprallen und damit Münzen sammeln und Gegner besiegen. Die waren übrigens auch anders. Bis auf wenige Figuren wie beispielsweise die Tschibibos, Nobokons, Pakkunblumen und Giras, die anscheinend sarasaländische Vettern der Gumbas, Koopas, Schnapptyrannhas und Kugelwillis zu sein scheinen, sind alle Gegner neu gewesen.. 1UP-Pilze wurden gegen Herzen getauscht und anstatt einer Fahne am Ende der Levels gab es zwei Tore, von denen das obige in ein Bonusspiel führte und die Chance auf eine Feuerblume oder weitere Extraleben gab.
Was das Spielgefühl aber betrifft, ist es wieder ganz Super Mario, denn der Klempner springt immer noch wie eh und je durch die schönen Level und kann Warpröhren nutzen, um versteckte Münzräume zu erkundigen. Manchmal sind auch unsichtbare Blöcke von der Partie, in denen womöglich ein Lift wartet und Mario auf höhere Ebenen mit weiteren Münzen trägt. Die vier Königreiche thematisieren abwechslungsreiche Ortschaften, wie ägyptische Wüsten und Pyramiden, das Meer, Höhlen und Ebenen der Osterinsel und chinesische Bambuswälder und Himmel, wobei besonders das Meer und der Himmel hervorstechen, da diese Level eine erfrischende Abwechslung im Jump & Run Abenteuer bieten. Mario setzt sich dort dann nämlich in das U-Boot Marine-Pop und das Flugzeug Sky-Pop und schießt sich mit Torpedos und Raketen bewaffnet durch selbstscrollende Level.
Besonders spannend in Super Mario Land sind die Kämpfe gegen die Endbosse, welche Mario daran hindern wollen, an Daisy zu gelangen. Jedes dritte Level eines Königreichs ist mit einem Kampf gegen einen dieser Bosse verbunden...Oder nicht? Naja, wer in den ersten drei Königreichen schnell agiert, der kann sich auch an den Gegnern vorbeischleichen.
Hat man das geschafft, dann heißt es: „Thank you Mario!“ „Oh Daisy!“, denn in den ersten drei Welten ist anstatt Daisy immer in verwandelter Gegner. Tatanga will uns wohl ärgern, hmm?
Aber selbst stachelige Landschaften, klaffende Abgründe und hinterhältige Gegner halten Mario natürlich nicht auf. Profis sollten das Spiel ziemlich schnell durch haben, denn obwohl es keine Warpzonen wie in Super Mario Bros. gibt, mit denen man Level überspringt, ist das Spiel mit seinen 12 Leveln innerhalb einer Stunde zu schaffen. Naja, zumindest könnt ihr nach dem ersten Durchspielen einen zweiten Durchgang mit noch mehreren Spießgesellen wagen.
Zuletzt unterhält das Spiel auch auf musikalischer Seite sehr mit seinen Düdelmelodien, die aus dem GameBoy hallen und wie ein Ohrwurm gern mitzupfeifen sind. Die Musik wurde nicht von Koji Kondo, sondern von Hirokazu Tanaka, dem Erfinder der GameBoy Camera und des GameBoy Printers, welcher sich unter Anderem auch für Musik in der Pokémon-Animeserie, Kid Icarus, Metroid, Dr. Mario und Mother auszeichnete.
Fazit: Wer Super Mario Land noch nie gespielt haben sollte, hat wirklich einen abwechslungsvollen Ableger der Serie verpasst. Das andere Design und die bis dato nie wieder erschienenen Spielfiguren, außer Tatanga, denn der kam ja in Super Mario Land 2 wieder, unterhalten wirklich gut. Ein kurzes, aber unterhaltsames Spiel. Daisy, ich komme zur Rettung, auch gerne zum millionsten Mal!


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