THE GAME OF ROBOT

Heute lösen wir uns mal wieder von Nintendo, weil ich euch heute einen unbekannten Klassiker unter den PC-Spielen in Erinnerung rufen möchte, und zwar "The Game of Robot". Das Spiel erschien in insgesamt vier Episoden - die erste kam 1988 heraus, die letzte 1993. Die Entwickler waren TOM Productions, wobei es sich um eine kleine Privatfirma aus zwei Leuten handelte, die ausser "The Game of Robot" keine weiteren nennenswerten Spiele entwickelte und 1996 schliesslich aufgelöst wurde.
Spielerisch handelt es sich bei "The Game of Robot" um Adventures, mit einigen Elementen von Geschicklichkeits- und Puzzle-Spielen. Ihr steuert ein kleines grünes Männchen aus der Vogelperspektive durch eine Welt, in der alles mögliche Zeugs am Boden herumliegt, z.B. Goldbarren, Schlüssel, Magnete, Zaubertränke und so weiter. Ihr könnt die Items mitnehmen und müsst sie zur richtigen Zeit am richtigen Ort wieder einsetzen, um weiterzukommen. Dabei gibt es die meisten Gegenstände etwas öfter, als man sie wirklich benötigt, so dass kleinere Fehler durchaus verziehen werden, aber wer sich ganz ungeschickt anstellt, kann sich trotzdem unschaffbare Situationen aufbauen.
Die namensgebenden Roboter sind eine häufige Gegner-Art im Spiel. Sie sehen eigentlich mehr nach übergrossen Insekten aus und stellen sich euch immer wieder in den Weg. Wenn ihr eine Steinschleuder und genug Munition dabei habt, dann könnt ihr versuchen, die Roboter zu erschiessen. Ansonsten müsst ihr ihnen eben aus dem Weg gehen, wobei es durchaus schon helfen kann, sich hinter einem kleinen Stück Mauer zu verstecken - die künstliche Intelligenz der Roboter ist so niedrig, dass sie nicht auf die Idee kommen, um die Wand herum zu gehen. Stattdessen werden sie immer wieder dagegen rennen und sich dadurch mit der Zeit sogar selbst zerstören.
Im ersten Teil seid ihr im Schloss der bösen Zauberers Schulzasar unterwegs, den es zu besiegen gibt. Er hat die Roboter erschaffen und hält sie sich als Leibwächter. Der zweite Teil beginnt damit, dass ihr ein Telegramm erhaltet, welches euch auf eine ferne Insel ruft. Ihr müsst euch dann zunächst das Schiffsticket beschaffen und anschliessend das Schiff erreichen. Im dritten Teil, der bei Fans mit Abstand der beliebteste ist, seid ihr auf besagter Insel angekommen und müsst herausfinden, was dort mit der Forscherin Judith Birnbaum geschehen ist. Eine Besonderheit und Revolution war es hier, dass ihr euch mit den Eingeborenen der Insel, den so genannten Tamalas, unterhalten musstet, um wichtige Hinweise zu erhalten. Die Tamalas sprechen aber ihre eigene Sprache, Tamalaisch, und diese gilt es, im Spielverlauf tatsächlich mit Hilfe von Vokabellisten zu erlernen, damit ihr die Tamalas verstehen und ihnen sinnvoll antworten könnt - eine hervorragende Idee, die das Spiel selbst heute noch von der Masse abheben würde!
Andreas Tofahrn, einer der beiden damaligen Mitarbeiter von TOM Productions, unterstützt sein Werk übrigens auch heute noch. Unter www.game-of-robot.de hat er die offizielle Homepage zum Spiel eingerichtet, auf der ihr euch die vier Episoden downloaden könnt, und auch auf Fragen wird selbst heute, nach fast 20 Jahren, immer noch kompetent geantwortet.
Ursprünglich sollte "The Game of Robot" übrigens nur ein Geburtstagsgeschenk von Christian Männchen an seinen Kollegen Andreas Tofahrn sein. Den beiden gefiel das Spiel aber am Ende so gut, dass sie beschlossen, es auch der Allgemeinheit zugänglich zu machen - und der Erfolg gab ihnen recht, denn für den zweiten Teil erhielten Sie 1990 den Preis "Public Domain Autor des Jahres.
Fazit: Schulzasar wartet auf dich!


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