POKÉMON TRADING CARD GAME ONLINE

Lang ist's her: Am 15. Dezember 2000 erschien das Pokémon Trading Card Game für den Gameboy Color. Das Spiel erlaubte virtuelle Kartenduelle mit den ersten drei Editionen - Basis, Dschungel und Fossil - gegen computergesteuerte sowie menschliche Gegner. In Japan folgte im März 2001 eine Fortsetzung, die auch die Karten der Team Rocket-Erweiterung enthält, diese schaffte es aber nie in den Rest der Welt. Und auch eine aktualisierte Fassung für aktuelle Nintendo-Konsolen folgte leider nie. Lediglich das ursprüngliche Spiel schaffte es im Juli 2014 auf die Virtual Console des Nintendo 3DS.

Wer virtuelle Spiele mit den aktuellen Sammelkarten bestreiten will, der hat dazu also auf den Konsolen keine Chance, doch der PC schafft Abhilfe: Hier erschien am 24. März 2011 das Pokémon Trading Card Game Online, und zwar in den USA und Europa - die Japaner schauen bislang in die Röhre, aber die müssen ja auch nicht immer alles kriegen! Vertrieben wir das Spiel von The Pokémon Company International, den Download-Link findet ihr auf der offiziellen Pokémon-Seite, es handelt sich also wirklich um ein offizielles Pokémon-Spiel.

Das Spiel an sich ist dabei kostenlos, und man kann auch ohne Ausgaben durchaus Spass damit haben. Allerdings hat man vom Start weg erstmal nur drei eher schwächliche Starter Sets - jeweils eins zu den Typen Pflanze, Feuer und Wasser. Natürlich kann man sich auch eigene Decks bauen, aber um an gute Karten zu kommen, muss man vorher virtuelle Booster kaufen. Dazu kann man entweder In-Game-Münzen verwenden, die man sich in Duellen verdienen kann - das dauert allerdings, da die Booster doch ganz schön teuer sind, so dass viele, viele Duelle für ein einziges Karten-Päckchen nötig sind. Oder aber ihr verwendet Codes, die sofort den fertigen Booster freischalten - diese Codes liegen den echten Sammelkarten-Produkten bei, also gilt indirekt: Kauft viele echte Pokémon-Karten, dann habt ihr auch im Online-Spiel bessere Karten - im wahrsten Sinne im Wortes!

Man mag von dieser Politik halten, was man will - aber das Spiel an sich weiss doch zu überzeugen. Es folgt den bekannten Regeln des Pokémon Sammelkartenspiels, die hier in aller Kürze erklärt seien: Jeder Spieler stellt sich ein Deck aus 60 Karten zusammen. Das können die Pokémon selbst sein, aber auch Energie-Karten und Trainer-Karten. Abgesehen von den Energiekarten darf allerdings jede Karte nur höchsten vier Mal pro Deck vorkommen. Die Pokémon sind die eigentlichen Stars auf der Kampffläche. Wenn sie mit genügend Energiekarten ausgestattet sind, können sie angreifen, und wer zuerst sechs gegnerische Pokémon besiegt hat, der hat gewonnen. Die Trainer-Karten bietet hingegen zusätzliche Aktionsmöglichkeiten, z.B. ein Pokémon heilen, weitere Karten ziehen oder die Handkarten des Gegners ausspionieren. Gerade Profis achten daher fast mehr auf ihre Trainer-Karten als auf die eigentlichen Pokémon, aber wichtig sind eigentlich beide Kartentypen.

Zocken könnt ihr gegen 12 verschiedene Computer-Gegner, deren virtuelle Intelligenz leider stark zu wünschen übrig lässt. Spannender sind da schon die Spiele gegen menschliche Gegner, jedoch fehlt eine Möglichkeit, sich einen ebenbürtigen Gegner zuteilen zu lassen. Erwischt man nämlich als Anfänger nur Gegner, deren Deck voller übermächtiger Pokémon ex ist, dann hat man von Anfang an kaum eine Chance. Natürlich besteht das Problem auch schon bei den echten Karten, aber man hätte es im Online-Spiel leicht ausmerzen können, z.B. indem der Spiel schaut, wie viele Pokémon ex ich selbst im Deck habe, und mir dann einen Gegner zuteilt, der genauso viele Pokémon ex einsetzt. Aber sei's drum, ich hab auch schon genug Spiele gewonnen - trotz übermächtiger Monster auf der Gegnerseite. Denn es gehört ja noch mehr dazu: Die richtige Aktion zur richtigen Zeit, der Typvorteil (auch ein mächtiges Glurak ex kann gegen ein gewöhnliches Admurai wegen ausrichten) und natürlich ein Quäntchen Glück. Natürlich kann auch das beste Deck verlieren, wenn einfach die Energie-Karten ganz unten liegen und nicht beikommen wollen, aber auch das ist ein Problem, das mit echten Karten genauso bestehen kann.

Da das Online-Spiel kostenlos ist, kann sich ein unverbindlicher Blick für interessierte Pokémon-Fans durchaus lohnen. Ob man allerdings wirklich dabei bleiben möchte, das hängt wohl davon ab, wie viele gute virtuelle Karten man hat, und da sind die Sammler der echten Karten durchaus im Vorteil. Aber immerhin: Auch den reinen Online-Zockern spendiert das Spiel hin und wieder einen Gratis-Booster, so dass jeder mit ein bisschen Glück die Chance hat, die fehlende Siegerkarte ins Deck aufzunehmen.


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