PAC-MAN

Ein wahrer Klassiker unter den Videogames ist Pac-Man - das Game erschien bereits im Juli 1980, also sogar noch ein Jahr vor "Donkey Kong". Das ursprüngliche Spiel war ein von Namco entwickelter Arcade-Automat, im Lauf der Zeit folgten aber auch Umsetzung für alle möglichen Heimsysteme, was auch NES, Super Nintendo und Gameboy mit einschliesst.

In seinem ursprünglichen Aussehen aus den frühen 80er Jahren ist der titelgebende Held Pac-Man nichts weiter als eine gelbe Kugel mit einer Kuchenstück-förmigen Einkerbung, die mal grösser und mal kleiner wird, was symbolisieren soll, dass Pac-Man seinen Mund auf und zu klappt. Der Spieler steuert die dauermampfende Kugel aus der Vogelperspektive durch ein Labyrinth und muss versucht, alle weissen Kugeln zu vertilgen, und das Labyrinth ist randvoll mit ihnen. Um euch das Leben ein wenig zu erschweren, sind ausserdem vier Geister unterwegs, die später die Namen Blinky, Pinky, Inky und Clyde erhielten. Sie unterscheiden sich durch ihre Farbe, verhalten sich aber alle gleich: Sie verfolgen Pac-Man durch die Gänge, und für den kleinen gelben Beisser hilft nur Ausweichen. Ausser, wenn Pac-Man vorher eine Power-Pille gefressen hat - dann erhält er für eine kurze Zeit die Möglichkeit, auch die Geister aufzufressen, doch die Power-Pillen sind freilich selten.

Das war auch schon das ganze Spielprinzip! Erdacht wure es von dem Japaner Toru Iwatani, und das Name basiert auf dem japanischen Lautwort "paku paku", was so viel wie "den Mund öffnen und wieder schliessen" bedeutet. Unnützes Wissen am Rande: Auf dem gleichen Wort basiert auch der japanische Name der Piranha-Pflanzen aus "Super Mario Bros.", sie heissen im Original nämlich Pakkun-Flowers. Und wo wir schon mal bei Mario sind, sollte nicht unerwähnt bleiben, dass Pac-Man sogar die Lieblings-Videospielfigur von Mario-Erfinder Shigeru Miyamoto ist.

Da konnte es eigentlich nur eine Frage der Zeit sein, bis sich Mario und Pac-Man mal begegnen. Von der ersten Begegnung hat man in der westlichen Welt allerdings wenig mitbekommen: Im Jahr 2005 wurde der von Namco entwickelte Spielautomat "Mario Kart Arcade GP" in den japanischen Spielhallen aufgestellt, und darin fahren neben diversen wichtigen Mario-Charakteren auch Pac-Man, seine Frau Ms. Pac-Man und der Geist Blinky mit. In Europa gibt es allerdings kaum eine Möglichkeit, das Spiel zu zocken - zwar wurde der Automat angeblich weltweit aufgestellt, aber ich habe noch nirgends einen gesehen. Wenn es überhaupt einen in Deutschland gibt, dann dürfte das ein Einzelstück und ein Geheimtipp sein, ähnlich der "F-Zero AX"-Automat im Phantasialand.

Ein für die ganze Spielerschaft verfügbares zusammentreffen zwischen Mario und Pac-Man ist aber seit gut einer Woche verfügbar, und dabei mischen auch Link, Kirby, Pikachu, Sonic, Mega Man und Co. mit. Die Rede ist natürlich von "Super Smash Bros. für Nintendo 3DS", denn dort ist Pac-Man als Newcomer dabei. Er tritt in seinem aktualisierten Layout mit Armen und Beinen auf, doch bei seinem Ultra Smash wird er wieder zu seiner ursprünglichen Form als beissende gelbe Kugel - jedoch in bildschirmfüllender Grösse, so dass ein Entkommen für die Gegner kaum möglich ist. Auch eine Stage bringt Pac-Man mit: Das Pac-Maze basiert auf dem Spielbildschirm des Original-Spiels, wird jedoch um Plattformen angereichert, auf denen die Kämpfer stehen und kämpfen können. Die Geister sind freilich auch anwesend und stören euch nur allzu gern.

Natürlich gab es auch unzählige Fortsetzungen zu Pac-Man, die meisten von ihnen Jump'n'Run oder Action-Spiele. So kam etwa 1993 für das Super Nintendo "Ms. Pac-Man" heraus, wo es nun auch eine weibliche Spielfigur gab, quasi eine Pac-Woman. Ab 2003 erschien das 3D-Jump'n'Run "Pac-Man World" für Gamecube und Gameboy Advance, und für die Wii gab es 2010 ein typisches Wii-Party-Spiel namens "Pac-Man Party". Aktuell ist schliesslich das Action-Adventure "Pac-Man und die Geisterabenteuer", das es seit gut einem halben Jahr für Wii U und Nintendo 3DS gibt. Zusätzlich existiert auch eine gleichnamige 26-teilige Anime-Serie zum Spiel, sogar auf Deutsch: Im Pay TV lief sie bereits im April, ins Free TV kommt sie ab 1.
November im Disney Channel, immer Samstags um 13:50 Uhr in Doppelfolgen.

Übrigens ist Pac-Man aus technischer Sicht ein Endlos-Spiel, das mit immer gleichen Leveln immer weiter geht, bis der Spieler irgendwann alle seine Leben verspielt hat. Aufgrund eines Zahlenfehlers ist aber Level 256 nicht lösbar (als Informatiker ist mir klar, woran das liegt), weswegen hier zwangsweise Schluss ist. Pac-Man-Rekordspieler Billy Mitchell schrieb 1999 einen Preis von 100.000 Dollar für alle Spieler aus, die es schaffen, Level 256 zu beenden, doch er gab keinen Sieger.


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