THE LEGEND OF ZELDA

Was lange währt, wird endlich gut: Seit einigen Wochen hatte ich bereits vor, Zelda in der Music Time Machine dran zu nehmen, und heute ist es endlich so weit! Dabei ist Zelda ein relativ schwieriges Thema, denn die chronologische Abfolge der Games weicht sehr stark von der Reihenfolge der Veröffentlichung ab - und bei jedem neu erschienenen Titel beginnt dann aufs Neue das grosse Rätselraten, wo es in der Storyline angeordnet werden muss!

Das erste Zelda-Spiel, das veröffentlicht wurde, was "The Legend of Zelda", 1986 für das NES. Es wurde schnell zum Klassiker, ist aber aus heutiger Sicht eigentlich kaum noch spielenswert, da ein Grossteil der Zeit aus ziellosem Herumirren auf der Oberwelt besteht. Ein Jahr später kam, ebenfalls für das NES, "Zelda II - The Adventure of Link" heraus, und 1991 folgte auf dem Super Nintendo "A Link to the Past", bis heute mein persönlicher Favorit in der Serie. Dieses Spiel ist es auch, das jetzt mit "A Link Between Worlds" für den Nintendo 3DS eine direkte Fortsetzung erhalten hat. Nach dem Gameboy-Ableger "Link's Awakening" von 1993, folgte schliesslich 1998 auf dem Nintendo 64 das legendäre "Ocarina of Time", das von vielen Fans als das beste Zelda überhaupt, wenn nicht sogar als eins der besten Videospiele bezeichnet wird. Für mich persönlich war "Ocarina of Time" zwar nie schlecht, aber eben immer nur gutes Mittelmass. Eine wichtige Rolle hat das Game für Klein-Chiko aber doch gespielt, denn ich war über lange Jahre der Meinung, dass dieses Spiel den Beginn der Storyline bildet - immerhin ist Link ja am Anfang noch ein Kind! Erst jetzt, wo es die offizielle Timeline gibt, weiss ich, wie falsch ich lag.

Die Timeline beginnt mit der Ära der Welterschaffung, in der Himmel und Erde erschaffen werden - allerdings nicht von einem Gott, sondern von drei Göttinen, nämlich Din, Nayru und Farore. Im Zelda-Universum herrscht eben ein anderer Glaube vor, als bei uns. Es folgt die Ära das Himmels, die in dem Wii-Spiel "Skyward Sword" von 2011 erzählt wird, welches somit trotz seines verhältnismässig späten Release ganzu vorne in der Chronologie steht. Die Göttin Hylia wird wiedergeboren und ein uralter Kampf wird ausgetragen. In der darauf folgenden Ära des Chaos wird das Heilige Reich versiegelt und das Königreich Hyrule gegründet. Der erste Story-Abschnitt, der dann tatsächlich in Hyrule spielt, ist das Zeitalter des Force, das sich aus "The Minish Cap" (2004 für den Gameboy) und "Four Swords" (2003 für den GBA) zusammensetzt - die böse Hauptrolle spielt hier der dunkle Gott Vaati. Erst danach folgt endlich die Ära des Helden, die in "Ocarina of Time" erzählt wird - und ja, Link ist zu Beginn von "Ocarina of Time" tatsächlich noch ein Kind, aber es handelt sich in fast jedem Zelda-Spiel um einen neuen Link, der bis auf Name und Aussehen nichts mit seinen Vorgängern und Nachfolgern zu tun hat.

Nach Abschluss von "Ocarina of Time" wird es richtig kompliziert, denn nun spaltet sich die Storyline in drei verschiedene Handlungsstränge auf. Die erste Alternative geht davon aus, dass das Böse gesiegt hat. In diesem Fall geht es weiter in der Ära das Schatten, die sich über "A Link to the Past" (1991 für das Super Nintendo) und das Doppelspiel "Oracle of Ages / Season" (2001 für den Gameboy Color) erstreckt. Im Groben und Ganzen geht es um das Triforce als Quelle aller Macht und um den Dämonenkönig Ganondorf, der dieses Triforce an sich reissen will und mehrmals besiegt und wieder geboren wird. Diese Storyline verfolgt Link auch als Schiffbrüchigen auf die entlegene Insel Cocolint in "Link's Awakeing" (1993 für den Gameboy) und endet schliesslich mit den beiden Klassikern für das NES, zu denen es zudem eine 13-teilige, leider sehr misslungene Zeichentrickserie gibt. Sie lief Anfang der 90er Jahre auf RTL und wurde um 2000 herum auf Fox Kids wiederholt.

Eine zweite Timeline geht davon aus, dass das Gute am Ende von "Ocarina of Time" gesiegt hat. Nun besteht aber das Problem der Zeitreisen: Link geht zurück in die Vergangenheit, wo sich nun die Welt weiter dreht - gleichzeitig geht das Leben aber auch in der Zukunft weiter. Die zweite Timeline ist nun also die Kind-Ära: Der junge Link kehrt zurück in die Vergangenheit. Als direkt Fortsetzung zu "Ocarina of Time" setzt hier "Majora's Mask" an, erschienen 2000 für das Nintendo 64, sogar mit der gleichen Game Engine. Hier wird Link in einen Deku verwandelt und muss das Horror Kid finden, das ihm diesen Schlamassel eingebrockt hat. Später folgt die Dämmerlicht-Ära um Midna und Zanto, die 2006 in "Twilight Princess" auf der Wii erzählt wird, und am Ende steht "Four Swords Adventure", worin es ein Wiedersehen mit Ganondorf und Vaati gibt, erschienen 2005 für den Gamecube.

Die dritte Timeline setzt schliesslich ebenfalls an "Ocarina of Time" an, allerdings in der Zukunft, nachdem Link in die Vergangenheit zurück gekehrt ist und es nun in der Zukunft keinen Helden mehr gibt. Ganondorf nutzt die Chance, und nach seiner Wiederauferstehung wird Hyrule überflutet - das ist die Grundvoraussetzung für "The Wind Waker" (2003 für den Gamecube) und das anknüpfende "Phantom Hourglass" (2007 für den Nintendo DS) in der Ära der grossen See. Später wird ein neuen Kontintent entdeckt und das Königreich Hyrule neu gegründet. Diesmal werden Eisenbahnschienen gelegt, die wir schliesslich in Spirit Tracks (2009 für den Nintendo DS) kennenlernen. Doch auch ein neuer Feind lässt nicht lange auf sich warten: Der Dämonenkönig Marardo.

So weit, so verwirrend! Natürlich kann man jedes Zelda-Spiel auch für sich stehend betrachten und dessen eigenständige Story betrachten - so war es vermutlich auch geplant, bis irgendwann einmal irgendwer auf die Idee kam, alles in eine halbwegs logische chronologische Reihenfolge zu bringen. Wie sich diese mit noch kommenden Zelda-Spielen vereinbaren lässt, bleibt abzuwarten. Sicher ist schon jetzt, dass "A Link Between Worlds" direkt an "A Link to the Past" anknüpft, aber wer weiss, was noch kommen wird?


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