PROFESSOR LAYTON

"Professor Layton" war die Reihe, mit der Level-5 über die Grenzen Japans hinaus bekannt wurde. Die Serie besteht aus sechs Hauptteilen, die von 2007 bis 2013 herauskamen, in der Regel einer pro Jahr. Die ersten vier Spiele erschienen dabei für den Nintendo DS, die letzten beiden für den Nintendo 3DS. Die Gesamtstory setzt sich aus zwei Trilogien zusammen, deren Bindeglied der Animefilm "Professor Layton und die ewige Diva" ist. Dabei ist zu beachten, dass die zweite Trilogie (bestehend aus den Teilen 4 bis 6) zeitlich vor der ersten spielt. Prinzipiell kann man aber jedes Spiel problemlos für sich stehend spielen, ohne die anderen kennen zu müssen.

"Professor Layton" ist inspiriert durch Akira Tagos Rätselbuchreihe "Atama no Taisou", von der Layton-Erfinder Akihiro Hino in seiner Kindheit ein großer Fan war. Level-5 setzte die Rätsel aus diesen Büchern in zwei Spielereihen um: Die eine war "Atamania" und blieb Japan-exklusiv, die andere war eben "Professor Layton" - "Atamania" ist also quasi einfach "Professor Layton" ohne Rahmenhandlung.

Dabei ist die Rahmenhandlung das, was die Layton-Spiele ein Stück weit ausmacht. Jedes der Spiele erzählt nämlich eine spannende Mystery-Story, die den Professor und seinen Lehrling Luke mit einem großen Geheimnis konfrontiert, das im Lauf der Ermittlungen immer weitere Fragen aufwirft, bis es am Ende zur spektakulären Auflösung kommt. Das Setting der Reihe besagt, dass Professor Hershel Layton als Professor für Archäologie an der Londoner Gressenheller-Universität unterrichtet - die es allerdings nicht wirklich gibt! Wenn er nicht gerade Vorlesungen hält oder irgendwo auf der Welt ein kniffliges Rätsel löst, dann genießt er eine Tasse Tee oder spielt ein Stück auf dem Klavier. So ruhig, wie es scheint, ist der Professor aber nicht immer, denn auch die Fechtkunst beherrscht er richtig gut. Professor Laytons selbst ernannter Lehrling ist Luke Triton, der Sohn von Professor Laytons altem Schulfreund Clark, der heute in dem nebeligen Dorf Misthallery lebt. Wie Layton und Luke sich kennen gelernt haben, erzählt das vierte Spiel "Professor Layton und der Ruf des Phantoms", wohingegen das vorangegangene Spiel "Professor Layton und die verlorene Zukunft" mit einer herzzerreißenden Abschiedsszene endet. Luke ist äußerst tierlieb und beherrscht sogar erstaunlicherweise die Sprache der Tiere, was ihr euch im Verlauf der Spiele tatsächlich auch mal zunutze machen müsst.

Das Gameplay der Layton-Spiele ist so einfach wie genial: Die Spielwelt setzt sich aus mehreren schön gezeichneten Bildern zusammen, die ihr systematisch abklicken müsst, um Hinweismünzen, kleine Secrets oder auch die Rätsel zu finden. Rund 150 von ihnen enthält jedes Layton-Spiel in der Hauptstory, wobei aber nur etwa die Hälfte Story-relevant ist, der Rest ist eine freiwillige Zugabe für 100 %-Zocker, die einfach nicht genug vom Rätsellösen kriegen. Wenn euch ein Rätsel zu knifflig ist, dann könnt ihr die bereits erwähnten Hinweismünzen einsetzen, um einen vagen Tipp freizuschalten, der aber nicht die vollständige Lösung verrät, sondern euch nur leicht in Richtung der Anwort stößt. Abseits der normalen Rätsel hat der Professor außerdem immer drei Minispiele in seinem Koffer dabei, die großteils ebenfalls euer Gehirn fordern. So müsst ihr beispielsweise Gleise so verlegen, dass ein Zug alle Bahnhöfe abklappert, ohne an einer Weiche in sich selbst rein zu scheppern. Oder ihr müsst Waren in einem Regal so anordnen, dass ein Kunde das komplette Regal leerkauft. Der Einfallsreichtum der Entwickler war hier sehr groß, und wenn ihr im Spielverlauf fleißig mit diversen NPCs redet und alles, was in der Spielwelt halbwegs interessant aussieht, untersucht, dann schaltet ihr nach und nach immer weitere Level für die Minispiele frei.

Die Story wird durch schön gezeichnete Anime-Zwischensequenzen voran getrieben, die das Studio P.A. Works beigesteuert hat - zumindest in den Spielen 1 bis 4, danach wurden die Animes durch Pseudo-3D-Animationen ersetzt. Abseits der Layton-Zwischensequenzen hat P.A. Works unter anderem auch die Animeserien "Angel Beats" und "Tari Tari" produziert - und natürlich auch den Kinofilm "Professor Layton und die ewige Diva" in Zusammenarbeit mit OLM.

Als das erste Spiel "Professor Layton und das geheimnisvolle Dorf" am 7. November 2008, 1 1/2 Jahre nach dem Japan-Release, nach Deutschland kam, war man sich bei Nintendo aber scheinbar noch nicht so ganz sicher, ob das Konzept bei den hiesigen Fans ankommen würde. Daher verzichtete man vorsichtshalber auf einer deutsche Synchronisation und übersetzte nur die Texte. Erst ab dem zweiten Spiel "Professor Layton und die Schatulle der Pandora" erklingen die Stimmen von Layton, Luke und Co. auch auf Deutsch: Professor Layton selbst wird von Mario Hassert gesprochen, sein kleiner Gehilfe Luke von Sophia Längert.

Abseits der Hauptreihe, die sich aus den sechs Spielen und dem Anime-Kinofilm zusammensetzt, gibt es außerdem ein Crossover mit Capcoms Anwaltsserie "Phoenix Wright". Das Spiel heißt sinnigerweise "Professor Layton VS. Phoenix Wright" und erschien für den Nintendo 3DS - in Japan am 29. November 2012, bei uns am 28. März 2014. Das Spiel wurde weitgehend von Level-5 entwickelt und fühlt sich daher wie ein richtiges "Professor Layton"-Spiel an - der einzige Unterschied sind die Gerichtsverhandlungen im "Phoenix Wright"-Stil, die mehrmals in die Handlung eingestreut werden. Und als sich dann plötzlich Professor Layton persönlich vor Gericht sieht, fängt die Story an, so richtig spannend zu werden - obwohl sie das ja schon war, als sich Layton und Luke auf einmal in der Stadt Labyrinthia wiederfinden, die sich offenbar noch im Mittelalter befindet.

Eine Fortsetzung der Layton-Reihe steht derzeit in den Sternen. Zwar war ein Handyspiel namens "Layton 7" für Sommer 2015 angekündigt, wurde aber inzwischen gecancelt. Trotzdem gibt es für Handys noch ein Spin-Off, nämlich "Layton Bros. Mystery Room". Die Hauptrolle spielt hierbei Professor Laytons Sohn Alfendi Layton, wobei nicht geklärt wird, wo dieser herkommt und wer seine Mutter ist. Er ist 29 Jahre alt, arbeitet als Inspektor bei der Londoner Polizeistation Scotland Yard - und eure Aufgabe im Spiel ist es nicht, Rätsel zu lösen, sondern Verdächtige zu verhören und schließlich zu überführen. Dabei dürft ihr die ersten drei von insgesamt zehn im Spiel enthaltenen Fällen kostenlos spielen, für mehr wollen die Entwickler dann Geld sehen.

Bleibt also abzuwarten, wie und ob überhaupt es mit Professor Layton weitergehen. Wünschenswert wäre eine Fortsetzung allemal, denn wie soll "jedes Rätsel (...) eine Antwort" haben, wenn es in Zukunft keine Rätsel mehr gibt?


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