MOORHUHN

Ihr alle kennt Werbung, nicht wahr? Und jetzt stellt euch mal vor, die Lila Kuh von Milka oder die Haribo-Goldbärchen würden auf euren Konsolen durch alte Schlösser hüpfen oder im Auto durch die ganze Welt düsen. So ähnlich kann man sich den Werdegang der Moorhuhn-Reihe vorstellen, denn auch die Moorhühner waren ursprünglich eigentlich nur Werbefiguren.
Und zwar war das erste Moorhuhn-Spiel, das 1999 für den PC und 2000 auch für den Gameboy Color erschien, eine Werbespiel für Johnnie Walker, eine schottische Whiskey-Marke. Das Spiel wurde damals von Phenomedia AG als Auftragsarbeit entwickelt und war eigentlich nur ein simples Ballerspiel - das damals auch gratis im Internet oder auf diverse Heft-CDs zu bekommen war. Das Ziel des Spielers ist es, in einer schottischen Sumpflandschaft die Moorhühner abzuknallen. Dabei gilt, dass ein Moorhuhn umso mehr Punkte bringt, je weiter es sich im Hintergrund befindet, aber entsprechend schwieriger ist es auch zu treffen. Als zusätzliche Schwierigkeit ist alle acht Schüsse euer Gewehr leer und muss nachgeladen werden. Nach Ablauf der 90-sekündigen Spielzeit könnt ihr euren Punktestand in einen Highscore eintragen - und es dann gleich nochmal probieren und versuchen, euren Highscore zu überbieten!
Trotz oder gerade wegen diesem simplen Spielprinzip wurde das Spiel ein grosser Erfolg, vor allem bei Büro-Arbeitern. Klar, ein bisschen Ballern in der Kaffeepause, wieso auch nicht? Jedenfalls war das Spiel so erfolgreich, dass es schon bald Fortsetzungen gab. Zunächst lediglich weitere Ballerspiele, die sich nur optisch und durch ein paar kleine neue Rätsel geringfügig vom Original unterschieden, aber bald eroberte das Moorhuhn auch andere Gernes. 2002 kam zum Beispiel mit "Moorhuhn Kart" ein Fun Racer heraus, der offenbar leicht von "Mario Kart" inspirtiert ist und zu dem es inzwischen auch schon einige eigene Fortsetzungen gibt. Das erste richtig grosse Federvieh-Spiel war 2003 "Moorhuhn Adventure - Der Fluch des Pharao", ein Point & Click Adventure, in dem ein Moorhuhn im Alten Ägypten auf Schatzsuche geht. 2006 zur Fussball-WM in Deutschland kam "Moorhuhn Soccer" heraus. Ansosnten gibt es beispielsweise noch "Moorhuhn Pinball", "Moorhuhn Mah-Jongg", das Jump'n'Run "Moorhuhn Atlantis" und noch viele Titel mehr. Insgesamt gibt es bisher 34 verschiedene Moorhuhn-Spiele. Das aktuellste ist "Moorhuhn Jahrmarkt-Party", eine Casual-Minispiel-Sammlung, die im März 2010 für Wii und Nintendo DS erschien.
Aber die Moorhühner sind längst nicht mehr nur in den Spielen heimisch. Es gab auch Merchandise, zum Beispiel Plüsch-Moorhühner, und auch eine kurze Zeichentrickserie mit 26 Folgen, die allerdings nur jeweils eine Minute lang sind. In jeder Episode begeht ein Moorhuhn auf eine absurde Art und Weise versehentlich Selbstmord. Die Serie lief als Pausenfüller auf Super RTL und ist aktuell im Pay TV auf Your Family Entertainment TV zu sehen.
Als offizielles Geburtsjahr des Moorhuhn gilt das Jahr 1999, in dem die Original Moorhuhnjagd zum ersten Mal veröffentlicht wurde. Die Figur wurde aber bereits 1992 entwickelt, und zwar von Ingo Mesche. Auch das Spiel machte in eingeweihten Kreisen bereits vor seiner Veröffentlichung die Runde: Im Sommer 1998 gewann es den dritten Preis bei der Bizarre 98, einem Hobby-Programmierer-Wettbewerb. Damals hiess das Spiel allerdings noch "Kippen-Schieten".
Aber was heisst hier eigentlich entwickelt im Jahr 1992? Immerhin existieren die Moorhühner auch in der Realität. Sie heissen wissenschaftlich Lagopus Lagopus und sind in der sibirischen Tundra heimisch. Und erschossen werden sollten die echten Moorhühner natürlich nicht, das macht ihr bitte nur im Spiel, ja?
Fazit: Gimme More Huhn!


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