MICHAEL LAND

Heute widmen wir uns dem amerikanischen Komponisten Michael Land, der vor allem für seine Arbeit an den alten LucasArts-Adventures bekannt wurde. Michael Land wurde im Jahr 1961 in Boston geboren - das genaue Datum ist unbekannt, und auch ansonsten weiß man sehr wenig über sein Privatleben. Bekannt ist aber, dass Land mit fünf Jahren von seinen Eltern zum Klavierunterricht geschickt wurde. Diesen schmiss er aber mit zwölf Jahren hin, um stattdessen lieber Bassgitarre zu spielen.

Im späteren Leben blieb Land aber der Musik generell treu. In der Highschool war er Mitglied in verschiedenen Bands, danach studierte er elektronische Musik an der weltbekannten Harvard-Universität im Cambridge. In dieser Zeit erwachte aber auch Lands Interesse an klassischer Musik wieder, was sich vor allem auf die Werke von Ludwig van Beethoven bezieht. So setzte er ein Aufbaustudium am Mills College in Oakland drauf und studierte jetzt zusätzliche Renaissancemusik. Nebenbei brachte er sich aber auch das Programmieren bei, so dass ihn sein erster Job in die Firma Lexicon führte, eine Firma für digitale Audiotechnik. Dort schrieb er Betriebssystem-Software für MIDI-Fernsteuerung.

Im Jahr 1990 wechselte Land den Job und kam zu LucasArts, die damals noch Lucasfilm Games hießen. Wie und warum Land zu der Firma kam, ist leider ebenfalls unbekannt, aber just zu dieser Zeit lief die Entwicklung von "The Secret of Monkey Island" auf Hochtouren - was aber noch dringend fehlte, war die Musik! Hier wurde Land eingesetzt und konnte mit den karibischen Klängen auch direkt Neuland beschreiten. Und das gelang ihm gut, denn sein Title Theme zu "Monkey Island" ist heute eben eine solche Legende, wie das Spiel selbst.

Land selbst war mit der Sound Engine von "Monkey Island" allerdings weniger zufrieden, so dass er sich direkt im Anschluss daran machte, das interaktive Musiksystem iMuse zu entwickeln, welches die Hintergrundmusik dynamisch dem Spielgeschehen anpassen sollte. iMuse kam erstmals in "Monkey Island 2" zum Einsatz, wurde aber im Lauf der Jahre stetig weiter entwickelt, wobei Land auch von seinem Freund Peter McConnell Unterstützung hat.

Nachdem iMuse vollendet war, nahm sich Land wieder voll und ganz seiner Tätigkeit als Komponist an. So schrieb er nicht nur die Musik für alle weiteren "Monkey Island"-Teile bis hin zu "Tales of Monkey Island" aus dem Jahr 2009, sondern auch für "Indiana Jones und das Schicksal von Atlantis". Das Point & Click-Adventure setzte die Versoftung des dritten Films "Indiana Jones und der letzte Kreuzzug" fort und war von so hoher Qualität, dass es bei vielen Fans der berühmten Film-Archäologen lange Zeit als der offizielle vierte Teil angesehen wurde - bis dann beinahe zwei Jahrzehnte später mit "Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels" der tatsächliche vierte Teil ins Kino kam, der aber eine ganz andere Geschichte erzählte. Außerdem wirkte Land an vielen "Star Wars"-Spielen der frühen 90er Jahre mit und machte sich schließlich 1995 einen Namen mit dem Point & Click-Adventure "The Dig", das in Zusammenarbeiten mit dem Erfolgsregisseur Steven Spielberg entstand. Dieser hatte die Handlung um einen Asteroiden, der sich später als Raumschiff entpuppt, ursprünglich für einen Film erdacht, den er aber aus Kostengründen nicht umsetzen konnte, so dass eben ein Spiel daraus wurde.

Als seine Einflüsse nennt Land Künstler wie Yes, Grateful Dead und Jimi Hendrix, ganz besonders aber Beethoven, der für ihn ein unerreichbares Vorbild ist. Er sagte einmal, Beethoven sei wie ein Berg in weiter Ferne: Egal, wie weit man geht, er ist immer noch genauso weit entfernt. Selbst komponiert Land am liebsten Ambient-Musik, dennoch kann er auch sehr gute melodische Stücke schreiben, wofür nicht zuletzt das Title Theme von "Monkey Island" der klingende Beweis ist.


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