MARIO PAINT

Passend zu einem bunten Tag wie Rosenmontag gibt's heute ein buntes Spiel. Wie bunt genau, das könnt ihr selbst entscheiden, denn es handelt sich eigentlich gar nicht mal so wirklich um ein Spiel, sondern vielmehr um ein Malprogramm.
"Mario Paint" für das Super Nintendo erschien in Japan am 14. Juli 1992, in Europa am 10. Dezember der gleichen Jahres. Das Spiel wurde zusammen mit einer Maus für das Super Nintendo ausgeliefert, und war auch - abgesehen vom Menü des Super Gameboy - das einzige in Europa erschienene Spiel, das die Maus unterstützte.
Hauptsächlich Inhalt des Spiels, äh, Programms war es, Bilder zu zeichnen, was aber schon daran haperte, dass es nur einen einzigen Speicherplatz gab. Wenn ihr also ein neues Bild speichern wolltet, musstet ihr das alte zwingend überschreiben, nichts was also für die Ewigkeit. In der Anleitung wurde damals die umständliche Methode empfohlen, das Super Nintendo an einen Videorekorder anzuschliessen und das Gemälde auf Video zu konservieren - sicher eine Notlösung, aber alles andere als optimal!
Beim Malen selbst hattet ihr alle nötigen Grundfunktionen zur Verfügung: Ihr konntet Linien auf den Bildschirm malen, aber auch vorgefertigte Formen wie Kreise oder Rechtecke ziehen, und ihr konntet geschlossene Flächen komplett mit einer gewünschten Farbe füllen. Zudem bestand die Möglichkeit, kleine Stempel einzufügen. Diese stellten beispielsweise Bäume, Häuser und Wolken dar, oder Tiere wie Hunde, Katzen, Schweine und Kühe, oder freilich auch Mario-typische Objekte wie Pilze, Gumbas und Yoshis.
Wem Standbilder nicht ausreichten, der hatte die Möglichkeit, einen kleinen Film in sein Bild einzufügen, allerdings leider nicht bildschirmfüllend. Besonders lang konnte der Film auch nicht sein, je nach Bildgrösse standen euch lediglich vier bis neun Einzelbilder pro Animation zur Verfügung. Etwas nützlicher war hingegen die Musik-Funktion, mit der die Möglichkeit bestand, aus verschiedenen Tönen in verschiedenen Tonhöhen ein Melodie zusammen zu klicken und sein Bild damit zu untermalen. Drei Songs waren bereits vorgespeichert, darunter das klassische Super Mario Bros. Theme, und die Musikfunktion macht den Spielern offenbar grossen Spass, denn inzwischen hat ein Hobby-Programmierer unter dem Titel "Mario Paint Composer" ein kleines Freeware-Musik-Programm für den PC entwickelt, das auf der Musik-Funktion aus "Mario Paint" basiert und sich grosser Beliebtheit erfreut.
Für ein bisschen Abwechslung zwischendrin sorgte schliesslich noch ein eingebautes Minispiel, in dem es darum ging, mit der Maus eine Fliegenklatsche zu bewegen und Fliegen zu erwischen, die über den Bildschirm schwirrten. Ganz nett, aber weit entfernt von Dauerspass!
Alles in allem war "Mario Paint" für damalige Verhältnisse durchaus etwas besonderes, aufgrund der technischen Einschränkungen war es aber schon zu seinem Erscheinungstermin nahezu unbrauchbar für alle halbwegs ernsthaften Projekte - zumindest ein etwas grösserer Speicher für mehr Bilder wäre nötig gewesen, und ideal wäre es gewesen, wenn es einen Drucker für das Super Nintendo gegeben hätte. So allerdings ist "Mario Paint" zwar ganz lustig, um ein bisschen darin herum zu klicken, wer aber eine Zeichnung für die Ewigkeit erstellen wollte, der tat das schon damals lieber am PC. Trotzdem bekam "Mario Paint" noch zwei Fortsetzungen, die es allerdings beide nicht nach Europa schafften: Für das Sattellaview, das ist eine Art Modem für das Super Nintendo, erschien 1997 "BS Mario Paint: Yuu Shou Naizou Ban", das weitgehend dem ersten Teil entsprach, sich nun aber auch mit dem Controller steuern liess. Und für das ebenfalls Japan-exklusive "64 DD", ein Erweiterungslaufwerk für das Nintendo 64, erschienen vier von acht geplanten Teilen der Reihe "Mario Artist", von denen jeder einzelne eine Teilfunktion von "Mario Paint" zu einem kompletten Programm aufbaute, die sich aber auch untereinander kombinieren liessen.
Fazit: Mario treibt's bunt!


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