MARIO KART 64

Super Mario Kart war ein großer Erfolg, so dass sich die Spieler natürlich über die Ankündigung freuten, dass für das Nintendo 64 eine Fortsetzung erscheinen sollte. Am 14. Dezember 1996 war es dann so weit und das Spiel fand seinen Weg in die japanischen Läden, die deutschen Fans mussten hingegen noch bis Juni 1997 warten.
Die Wartezeit lohnte sich, denn Mario Kart 64 führte einige spannende Neuerungen ein. Neu war hier beispielsweise die Möglichkeit des Driftens: Man wirft sich in die Kurve und bewegt den Joystick rasch hin und her, um so am Ende der Kurve einen kleinen Geschwindigkeitsschub zu bekommen. Profis können mit ein wenig Übung übrigens auch auf geraden Strecken driften, diese Technik nennt man dann Snaken. Außerdem gab es als neues Item unter anderem der blauen Stachelpanzer, der immer zielstrebig auf den führenden Fahrer zu fliegt, um ihn die Luft zu sprengen. Vor allem aber die Strecken erstrahlen in einem ganz neuen Glanz: Zwar hat Mario Kart 64 mit nur 16 Strecken vier weniger als sein Vorgänger, diese 16 Strecken sind aber deutlich
abwechslungsreicher gestaltet und voller verrückter Ideen. Besonders ist mir hier die stark befahrene Autobahn in Erinnerung geblieben, die vor allem im Spiegel-Modus mit Gegenverkehr zum Abenteuer wird. Und außerdem die Wüste mit ihrem Western-Zug, wo es durchaus passieren kann, dass alle Fahrer am Bahnübergang stehen bleiben müssen, weil sich das schnaufende Stahlross nähert.
Doch leider gibt es nicht nur positive Dinge zu berichten: Mario Kart 64 war viel zu leicht! Das Spiel ist damit quasi das Gegen-Extrem zu seinem Vorgänger, wo gegen Ende höchstens Vollprofis noch den Hauch einer Chance hatten: Hier dürfte auch auf den schwierigen Strecken selbst ein Anfänger nach wenigen Versuchen zu seinem Goldpokal kommen.
Der zu geringe Schwierigkeitsgrad lässt sich durchaus noch verschmerzen, vor allem, wenn man mit bis zu drei Freunden im Multiplayer-Modus zockt, wo man sich nicht um unfähige Computer-Gegner kümmern muss. Leider schien es Nintendo aber mit dem Deutschland-Release sehr eilig zu haben, denn die PAL-Anpassung ist ebenfalls mehr als mangelhaft. Darüber, dass die witzigen Werbeschilder, die in der japanischen Version den Streckenrand zieren und dabei gekonnt auf echte Firmennamen anspielen (so wird die Zigarettenmarke Marlboro beispielsweise zu Marioro), in der deutschen Version durch sehr viel langweiligere Werbebanner ersetzt wurden, kann man ja noch hinweg sehen, aber einige Strecken laufen in der deutschen Version schlicht und ergreifend viel zu schnell, was natürlich eine präzise Steuerung nicht gerade einfacher macht. Davon, dass das Spiel sich auch manchmal komplett aufhängt, reden wir mal gar nicht.
Mario Kart 64 ist also durchaus ein guter Ansatz, der eine Weile lang Spaß machen kann, doch die technischen Mängel werden wohl auf lange Sicht auch anspruchsloseren Spielern nicht entgehen.


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