YO-KAI WATCH (Manga)

Die Geister sind wieder da! Nicht ganz pünktlich zu Halloween, nämlich am 3. November 2016, ist der erste Band des "Yo-Kai Watch"-Manga bei uns in Deutschland erschienen. Und als verrückter Yo-Kai-Fan stelle ich euch den Manga vor!

Wer das Spiel spielt oder den Anime schaut, der weiß bereits, was er vom Manga zu erwarten hat, denn dieser hat eine sehr ähnliche Machart. Hauptfigur ist auch hier der 11-jährige Nate Adams, der zu Beginn jedes Kapitels betont, dass er ein ganz normaler Junge ist. Und wie das einem ganz normalen Jungen nun einmal passiert, zieht er eines schönen Sommentages den Geist Whisper aus einem Kapselautomaten. Dieser beschließt daraufhin, Nates Yo-Kai-Butler zu sein und stattet ihn mit der Yo-Kai Watch aus, die alle Geister für Nate sichtbar macht. So viel zur Einleitung, die kennt man ja auch aus Spiel und Anime.

Der Manga hat, wie gesagt, ein ähnliches Strickmuster wie der Anime: In jedem Kapitel wird eine abgeschlossene Geschichte erzählt, die einen neuen Yo-Kai in den Mittelpunkt rückt. Der detaillierte Ablauf der Geschichten unterscheidet sich dabei aber teilweise sehr stark vom Anime. Das fängt bei zusätzlichen Gags an, etwa als Nate und Whisper unmittelbar nachdem sie Jibanyan herbei gerufen haben, eine "Tatzen des Zorns"-Attacke abkriegen, weil Jibanyan in diesem Moment gerade dabei war, einen LKW zu attackieren. Teilweise werden aber auch gänzlich unbekannte Geschichten erzählt, etwa die des Reiskuchen-Yo-Kai Mochismo: Er hegt einen Groll gegen den Grundschüler Freddy, der an Silvester einen Reiskuchen ungegessen weggeworfen hat, und klebt zur Strafe dessen Füße am Boden fest. Oder die des Hut-Yo-Kai Amnesimon, der sich auf euren Kopf setzt und euch alles vergessen lässt: Er entstand aus einem normalen Hut, der einst selbst vergessen wurde und nun sein traumatisches Erlebnis zu verarbeiten versucht.

Mit einer spannenden durchgehenden Handlung kann der "Yo-Kai Watch"-Manga allerdings nicht dienen, zumindest noch nicht im ersten Band - über die kommenden Bände kann ich noch nichts sagen. Zwar keimten in mir leise Hoffnungen, als im Schlussbild des 6. Kapitels ein finster aussehender Geschäftsmann mitsamt seiner Miesmücke auftaucht und sagt: "Die beiden erschleichen sich in letzter Zeit die Freundschaft der Yo-Kai ... das lasse ich nicht zu!" Oha, also ein anderer Yo-Kai-Trainer als Gegner für Nate? Leider wird dieser sehr spannende Gedankenansatz bereits im Folgekapitel auf eine mehr als unspektakuläre Weise aufgelöst. Schade um die verschenkte Idee!

Nichtsdestotrotz ist der Manga für "Yo-Kai Watch"-Fans empfehlenswert. Durch die abgeschlossenen Geschichten muss man auch nicht länger am Ball bleiben und kann die kurzen Kapitel immer wieder mal schnell zwischendurch lesen - positiv für Leute mit weniger Zeit! Der Zeichenstil ist eher witzig als gruselig gehalten, passt damit aber gut zu Spiel und Anime.

Gezeichnet wird "Yo-Kai Watch" von Noriyuki Konishi, der ansonsten bislang keine nennenswerten Serien hervorgebracht hat. Der Manga startete imJanuar 2013, also bereits ein halbes Jahr vor dem Release des ersten Spiels, im japanischen "Coro Coro Comic"-Magazin. In Japan füllt der Manga bislang 13 Bände, ist aber noch nicht abgeschlossen. Kazé hat zunächst die ersten 9 Bände lizenziert, diese erscheinen nun alle zwei Monate. Der 2. Band ist für den 12. Januar 2017 angekündigt.

Hoffen wir nur, dass die Serie lange genug durchhält, denn bislang standen Monster-Mangas, die auf bekannten Franchises basieren, in Deutschland unter keinem guten Stern: "Pokémon Adventures" wurde damals, beim ersten Anlauf, nach drei Bänden eingestellt wird erst jetzt, fast 15 Jahre später, langsam zum Erfolg. "Digimon V-Tamer 01" brach nach nur zwei Bänden ab und lässt die deutschen Leser mitten in der Handlung mit einem gemeinen Cliffhanger stehen. So viel Pech für Monster-Manga kann doch nicht normal sein - da steckt bestimmt ein Yo-Kai dahinter! ^^


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