KOJI KONDO

Auch heute stelle ich euch wieder einen großen Videogame-Komponisten vor, und zwar den Nintendo-Komponisten überhaupt: Koji Kondo, the One and Only, der Mann hinter "Mario", "Zelda" und "Star Fox"!

Koji Kondo wurde am 13. August 1961 in Nagoya geboren, feiert also in den nächsten Wochen seinen 55. Jahrestag. Dabei begann Kondo schon vor einem halben Jahrhundert, mit 5 Jahren, sich für Musik zu interessieren. Auf einer elektronischen Heimorgel versuchte er sich an ersten eigenen Kompositionen, wobei sein großes Vorbild Henry Mancini war, der u.a. die Filmmusik für den "Rosaroten Panther" schrieb. Mit 17 Jahren begann Kondo bereits, seine Musik zu verkaufen, womit er vermutlich das Ziel hatte, sein Studium an der Kunsthochschule Osaka zu finanzieren. Dort war er auch Mitglied in einer Studentenband, die Rock-Songs von Deep Purple oder Emerson, Lake & Palmer coverte. Persönlich hört Kondo gern Jazz, was auch teilweise seine Kompositionen beeinflusste.

Kondos Werdegang liest sich nur aber leider nicht so spektakulär, wie man sich das vorstellen mag: Anfang der 80er Jahre suchte Nintendo Mitarbeiter an seiner Hochschule - Kondo bewarb sich und wurde eingestellt. Das war 1983 und das ist alles!

Kondo war nach Hirokazu Tanaka und Yukio Kaneoka der dritte hauseigene Komponist bei Nintendo. Ob sein erstes Werk der NES-Klassiker "Golf" oder "Punch-Out!!" war, da widersprechen sich die Quellen, aber womöglich ist beides richtig, denn eine Quelle sagt auch, dass er an "Punch-Out!!" bereits mitarbeitete, bevor er schließlich eingestellt wurde. So ist es also mölgich, dass "Punch-Out!!" seine erste Videospiel-Komposition überhaupt war, und "Golf" seine erste Komposition als Nintendo-Angestellter.

Obwohl es mit der Leistungsfähigkeit des NES auch in Punkto Sound noch nicht allzu weit her war, gelang es Kondo doch, eingängige Melodien zu kreieren, die heute jeder Gamer kennt: Das legendäre "Super Mario Bros." Theme stammt ebenso von ihm, wie das "The Legend of Zelda" Overworld Theme. Überhaupt sind "Mario" und "Zelda" bis heute seine Heimat (obwohl er eigentlich in Osaka lebt), bis heute komponiert er an den aktuellen Serienablegern mit - wenn auch inzwischen nicht mehr ganz allein, aber auch die neuen Komponisten bauen gern auf Kondos Klassikern auf. Neben "Mario" und "Zelda" findet sich in Kondos Werkliste auch die "Star Fox"-Reihe, "Pilotwings" und eine Menge früher NES-Klassiker wie "The Mysterious Murasame Castle" oder "Shin Onigashima".

Kritiker bemängeln, dass sich Kondo kaum weiterentwickelt und die bewährten Melodien immer wieder als Grundstein für neue Werke verwendet. Das mag im Prinzip zwar stimmen, aber es stört nicht, denn Kondo hat die unglaubliche Fähigkeit, Ohrwürmer zu erschaffen, die auch beim stundenlangen Anhören nicht langweilig werden. Und überhaupt, allen Recht machen kann es wohl nie: Als Kondo bei "The Legend of Zelda: Ocarina of Time" auf die Meckerer hörte und musikalisch etwas Neues ausprobiert, bemängelten andere Fans, er würde sich zu sehr von seinen alten Stil entfernen. Eine schwierige Gradwanderung, die Kondo aber bis heute geschickt meistert, ganz gleich was die eine oder andere Fangruppe zu kritisieren hat. Und außerdem: Nobody is perfect - aber Koji Kondo ist nah drah! Nicht umsonst ist sogar Ex-Beatle Paul McCartney ein Fan von ihm.


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