SPINNEN IN VIDEOGAMES

Spinnen. Wissenschaftlich Arachnida, was sich vom altgriechischen "aráchné" für "Spinne" ableitet. Eklige achtbeinige Viecher, teilweise sogar behaart - brrr!! Viele Menschen ekeln sich zurecht vor Spinnen - ein Zustand, der sich dann Arachnophobie nennt. Da verwundert es wenig, dass Spinnen auch gern in Videospielen eingesetzt werden - oft freilich als Gegner und in besonders unheimlichen Gegenden.

Da ist die erste Spinne in unserer Liste noch verhältnismäßig harmlos: Webarak ist ein kleines Spinnen-Pokémon aus der zweiten Generation. Es gehört den Elementklassen Käfer / Gift an, obwohl Spinnen ja streng genommen nicht zu den Käfern zählen - aber extra hierfür noch eine zusätzliche Elementklasse "Spinne" wäre wohl wirklich übertrieben gewesen. Webarak ist klein, grün und beinahe noch niedlich. Auffällig an ihm ist nicht nur, dass es nur sechs (statt acht) Beine hat, sondern auch das Gesichtsmuster, das sich auf seinem Rücken findet. Webaraks Name setzt sich zusammen aus "weben" und dem bereits erwähnten altgriechischen "aráchné" - auf das "aráchné" geht auch Webaraks englischer Name Spinarak zurück, wobei hier das "Spin" tatsächlich für das deutsche Wort "Spinne" steht (und nicht für das Englische "spider"). Im Japanischen heißt Webarak schließlich Itomaru: "ito" bedeutet "Faden" und "maru" ist ein typisches Namenssuffix. Auf Level 22 entwickelt sich Webarak zu Ariados: Dieses ist nun rot und mit 1,1 Metern mehr als doppelt so groß wie Webarak.

Ein weiteres Spinnen-Pokémon kam in der 5. Generation hinzu: Wattzapf ist ein süßes, kleines Elektro-Spinnchen und gehört mit gerade mal 10 cm Körpergröße zu den kleinsten Pokémon, zusammen mit Wommel und Flabébé. Auf Level 36 entwickelt sich Wattzapf zu der monströsen Elektro-Tarantel Voltula weiter - und ein solches Voltula mit dem Spitznamen Tula hat im Schwarz & Weiß-Manga eine wichtige Rolle als Teammitglied von Hauptfigur Schwarz. Tula wurde unter dem Einfluss von Team Plasma zur Aggressivität erzogen und greift deshalb ein Filmteam an. Schwarz fängt es ein, um die Situation zu beruhigen, und hat eigentlich vor, es hinterher wieder freizulassen. Dann behält er es aber doch, als er erkennt, dass es dem Pokémon nicht gut tun würde, zweimal so kurz hintereinander ausgesetzt zu werden.

Die Spinnen-Pokémon Webarak, Ariados, Wattzapf und Voltula können also durchaus Gegner sein, wenn sie im Kampf gegen euch eingesetzt werden, ihr könnt sie aber genauso gut selbst fangen und auf eurer Seite kämpfen lassen. Eine weitere Spinne, die ebenfalls auf eurer Seite steht, ist Squitter, eine große freundliche Tarantel aus "Donkey Kong Country 2". Sie hat große, runde Glubschaugen, trägt acht Turnschuhe an ihren langen haarigen Beinen und dient für Diddy und Dixie Kong als Reittier. Squitters besondere Fähigkeit ist es, dass sie ihr Spinnennetz als Plattform über Abgründe spannen kann, um euch so den Weg zu ebnen. Von dauerhafter Haltbarkeit sind Squitters Netze aber leider nicht.

Aber Spinnen auf der guten Seite sind trotzdem selten, oft dienen die Krabbelviecher als Feinde. Das fängt schon bei "Die Schlümpfe" auf dem Super Nintendo an, wo auf der gruseligen See-Insel auch einige kleine Spinnen herum krabbeln - und zwar an den gemeinsten Stellen, wo man sie kaum überspringen kann, ohne dabei einem Gespenst in die Arme zu hüpfen. Bleiben wir doch auch bei Comic-Spielen: In "Duck Tales Remastered" gibt es mancherorts dicke, runde Comic-Spinnen mit roter Knollnase, die sich von der Decke abseilen, wenn Dagobert unter ihnen steht. Der abgeseilten Spinne könnt ihr dann aber auf ihren fetten Hintern springen und sie so als Sprungplattform zweckentfremden. Im Untergrund-Abschnitt des Amazonas-Levels könnt ihr euch durch diese Technik sogar ein Achievement verdienen. Dieses fordert nämlich von euch, dass ihr den gesamten Untergrund-Abschnitt durchquert, ohne einen Fuß auf den festen Boden zu setzen.

Eine andere, weitaus hässlichere Disney-Spinne ist die Pfui-Spinne aus "The Magical Quest", einem schönen alten Micky Maus-Jump'n'Run für das Super Nintendo. Das Krabbeltier erwartet euch als Bossgegner im Wald-Abschnitt und hat ein fies grinsendes Gesicht, das ein wenig an Kater Karlo erinnert. Als Zauberer-Micky könnt ihr die Pfui-Spinne besiegen, indem ihr das hässliche Grinse-Gesicht mit Magie-Attacken trefft. Das ist nur leichter gesagt als getan, da das Viech euch die meiste Zeit den Hintern zudreht, um euch mit Spinnenfäden beschießen zu können.

Auch ein Bossgegner ist Tarantutor aus "Yo-Kai Watch" - einen bösen Geist in den Körper einer Riesenspinne zu packen, bot sich wohl an, um den ultimativen Grusel zu schaffen! Und welcher Ort wäre besser geeignet für den ultimativen Grusel, als die Schule? Richtig, denn genau dort trefft ihr auf das Krabbelvieh! Lustigerweise setzt sich Tarantutors Name zusammen aus "Tarantel" und "Tutor", was ein anderes Wort für "Lehrmeister" ist. Euch bringt Tarantutor allerdings nur bei, dass ihr ihn unbedingt ausschalten müsst. Er kann im Kampf eure Yo-Kai vergiften und mit Elektro-Attacken angreifen, aber auch er fürchtet sich vor etwas, und zwar vor Tageslicht.

Nicht vergessen werden darf die Spider Queen, eine Bossgegnerin aus Capcoms Action-Adventure "Okami", das im Frühling 2008 für die Wii erschien. Interessant an dem Spiel ist der Grafikstil, der sich an der japanischen Tuschmalerei Sumi-e orientiert. Die Spider Queen ist nun eine große, weiße Spinne mit Frauenkopf und einer gigantischen Blüte am Hinterteil. Sie lebt in den Tsuta-Ruinen, womöglich wurde sie dort eingesperrt - und ziemlich sicher hatte sie im Lauf der Zeit einige Besucher, wenn man sich die zahlreichen Knochen rings um ihr Versteck ansieht. Eines Tages wird Ume, der Hund des Fischerjungen Kokari, von der Spider Queen entführt, und eure Aufgabe ist es, ihn zu befreien. Nachdem ihr die Spinnenkönigin besiegt habt, bleibt nur ein große Blume zurück und blüht fortan vor sich hin.

Ein anderes Spiel mit sehr interessantem Grafikstil ist das Indie-Game "Limbo", das seit 2010 nach und nach für Steam und einen Großteil der aktuellen Heimkonsolen erschienen ist - lediglich eine Wii U-Fassung gibt es noch nicht, ist aber angekündigt. Das Spiel aus dem Studio Playdead ist komplett in Schattengrafik gehalten, was dem ganzen eine sehr ungewöhnliche Atmosphäre gibt. Entsprechend atmosphärisch kommt auch die Szene daher, in der die Shadow Spider euch jagt. Zunächst fängt sie euch und wickelt euch in ihrem Netz ein. Ihr könnt euch aber wieder befreien und müsst nun, ins Netz eingewickelt, vor der Spinne davon hüpfen, die freilich sofort die Verfolgung aufnimmt. Und wenn man dabei nur die langen, schwarzen Beine vor dem nebeligen Hintergrund sieht - puh, das wirkt!

Nicht ganz so atmosphärisch, sondern fast eher witzig kommt Mimi daher. Sie stammt aus "Super Paper Mario" und ist im Grunde ein grünes Viereck mit acht langen Beinen. Sie tarnt sich zunächst als Hausmädchen in Merlees Villa, entpuppt sich später aber als Spinne und jagt Mario durch den Keller. Ihr könnt vorerst entkommen und gelangt in eine Toilette, wo ihr die echte Merlee trefft ... oder? Denn kurz darauf kommt eine zweite Merlee herein, welche ist nun wirklich die echte? Das müsst ihr in einer schrägen Quizshow herausfinden, aber egal, wie ihr antwortet: Eine der beiden Merlees ist auf jeden Fall Mimi und wird euch anschließend angreifen. Zunächst ist die schräge Spinne dabei unverwundbar, bis Merlee einen Zauber spricht, um euch zu unterstützen. Nun könnt ihr Mimi oft genug auf den Kopf hüpfen, bis sie dadurch alle ihre langen Spinnenbeine verloren hat.

Bei so viel Spinnenhorror mag man kaum glauben, dass sich Link davon wenig beeindrucken lässt, aber in "Zelda: Ocarina of Time" sammelt er Spinnen sogar ein! Insgesamt 100 Skultullas - eine Art Mischung aus Spinnen und Totenköpfen - sind über alle Dungeons des Spiels verteilt und erschrecken euch gern, indem sie sich direkt vor euch abseilen und den Weg blockieren. In Kakariko gibt es ein spezielles Skultulla-Haus, dessen Bewohner verflucht wurden und nun ein Dasein als Spinnenmenschen fristen. Von ihnen erhaltet ihr immer wertvollere Belohnungen, je mehr Skultullas ihr gefunden habt - ist eure Sammlung komplett, gehören alle Geldsorgen der Vergangenheit an, da ihr bei jedem Besuch im Haus von nun an 200 Rubine geschenkt bekommt. Allerdings, klar, gibt es auch Spinnen als Bossgegner in der Zelda-Reihe. Gleich im ersten Dungeon von "Ocarina of Time", dem Deku-Baum, erwartet euch das Spinnen-Monster Gohma, das den Deku-Baum als Parasit befallen hat und dadurch die Story in Gang bringt. Wie es weiter geht, erfahrt ihr dann im Spiel.


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