GLÜCKSRAD

"Glücksrad" für den Gameboy wurde von GameTek entwickelt und erschien im Jahr 1991. Es handelt sich, wie man sich wahrscheinlich schon denken kann, um eine Umsetzung der gleichnamigen TV-Spielshow, die zum ersten Mal am 7. November 1988 auf Sat.1 gezeigt wurde.
Das Spielprinzip ähnelt sich im Fernsehen und auf dem Gameboy sehr. Der Spieler sieht vor sich eine Buchstabenwand, auf der er einen Begriff erraten muss. Dabei werden keine Buchstaben vorgegeben, sondern nur eine Kategorie, aus der der Begriff stammt, z.B. Person, Ort, Titel oder Redewendung. Der Spieler dreht zunächst an einem Rad, das schliesslich auf einer höheren oder niedrigeren Zahl stehen bleibt. Anschliessend darf der Spieler einen Buchstaben nennen. Ist der Buchstabe in dem Begriff enthalten, werden die entsprechenden Felder an der Buchstabendwand aufgedeckt, und für jedes Mal, dass der Buchstabe vorkommt, bekommt der Spieler den erdrehten Betrag gut geschrieben - also wenn er 200 Mark erdreht hat und der Buchstabe dreimal vorkommt, gibt's 3 x 200 = 600 Mark. Wenn der Buchstabe allerdings gar nicht vorkommt, gibt's nicht nur kein Geld, sondern es kommt auch der nächste Spieler an die Reihe - was im Umkehrschluss heisst: Wer keine Fehler macht, kann durchaus in einem Rutsch den Begriff lösen, ohne dass die anderen Spieler überhaupt zum Zug kommen. Es gibt aber auf dem Rad zwei Felder, die ebenfalls den Durchmarsch beenden: "Aussetzen" beendet den Zug und übergibt an den nächsten Spieler. "Bankrott" tut das gleiche, ist aber zusätzlich so gemein, dem Spieler seinen gesamten bisher erspielten Gewinn abzuziehen. Man braucht eben Glück, dass man diese Felder nicht trifft, daher der Name "Glücksrad". Ansonsten kann man aber durchaus auch taktisch vorgehen, indem man etwa gezielt Buchstaben nennt, die oft vorkommen, um seinen Gewinn zu maximieren. Dazu muss man aber natürlich im Hinterstübchen schon ungefähr raus haben, was überhaupt für ein Begriff gesucht sein könnte.
Die Gameboy-Umsetzung kann grafisch freilich für heutige Verhältnisse nicht mehr überzeugen, war damals aber durchaus in der oberen Mittelklasse dabei und etwas mehr als nur zweckmässig. Sound ist allerdings so gut wie gar nicht vorhanden, bis auf ein bisschen nerviges Gedüdel im Titelbildschirm.
Sachpreise kann man in der Gameboy-Fassung freilich auch nicht gewinnen, im Gegensatz zur TV-Fassung, die damals sehr beliebt und fast schon kultig war, obwohl es sich eigentlich um eine Werbesendung mit ein paar Rate-Einlagen handelte. Der Kandidat, deine Runde gewonnen hat, bekam das Geld nämlich nicht als Geld ausgezahlt, sondern konnte bzw. musste seinen Gewinn direkt im Studio für verschiedene Preise ausgeben, z.B. Fernseher, Plattenspieler, Küchen, Sitzgruppen - alles mögliche war dabei, und was immer der Kandidat auch wählte: Es wurde vom Moderator fleissig kommentiert, der Hersteller und der Preis deutlich genannt, und so natürlich ordentlich die Werbetrommel gerührt.
Zehn Jahre lang lief die Sendung sehr erfolgreich auf Sat.1, dann wechselte sie zu Kabel 1, wo der Erfolg stetig abnahm. Zuletzt drehte sich das Glückrad auf 9 live, wo es für heutige Fernseh-Verhältnisse auch deutlich besser ins Programm passt. Weil aber die Zuschauer nicht anrufen und mitraten konnten, wurde die Sendung schliesslich 2005 eingestellt. In den USA hingegen läuft die Sendung noch heute. Erfunden wurde sie 1971 von Merv Griffin, wobei der Anstoss der Idee eine lange Autofahrt mit seinen Kindern war, die unterwegs Hangman spielten.
Neben der Gameboy-Fassung gab es, ebenfalls von GameTek, auch eine Umsetzung für das NES. Weitere spielerische Umsetzungen gab es in Deutschland nicht, wohl aber in den USA: Dort gibt es das "Wheel of Fortune" auch für das Nintendo 64 und sogar seit Ende 2010 für die Wii, Hersteller ist hierbei nun THQ und mit eingeschobenen Minispielen, die symbolisch für die Werbepausen stehen.
Fazit: Ich kaufe ein E!


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