GEISTERSTUNDE BEI SUPER MARIO

Eigentlich wollte Chiko dieses Special allgemein "Geisterstunde bei Nintendo" nennen. Schnell wurde aber klar, dass dieses Thema einfach unüberschaubar geworden wäre - selbst beim Kratzen an der Oberfläche hätte man nur an der Oberfläche kratzen können! Neben richtigen Grusel-Games wie "Castlevania" oder "Silent Hill" hätten auch die Geisterstadt Lavandia aus "Pokémon Rot & Blau" oder der Geistertempel aus "Zelda - Ocarina of Time" erwähnt werden müssen. Selbst in vermeintlich harmlosen Kinderspielen gibt es gewissen Grusel-Stellen: Auf der See-Insel in der SNES-Version von "Die Schlümpfe" schweben euch Gespenster entgegen, während euch bösartige Schwerter mit Lavabrocken bewerfen, und wer erinnert sich nicht an die riesige Pfui-Spinne aus dem Micky Maus Jump'n'Run "The Magical Quest"? Deswegen beschränken wir uns auf Super Mario, denn auch da gibt es so viel zu berichten, dass wir sicher nicht alles bedenken können.

Fangen wir also am Anfang an: Die ersten Buu Huus waren in "Super Mario Bros. 3" zugegen - das Spiel erschien für das NES, und zwar am 23. Oktober 1988, eine Woche von Halloween in Japan, und am 29. August 1991 bei uns. Da es damals noch keine Geisterhäuser gab, waren die Buu Huus in den Schlössern heimisch. Schaut Mario sie an, halten sie sich die Augen zu und bleiben unbeweglich in der Luft hängen. Wendet sich Mario aber von ihnen ab, schweben sie auf ihn zu, um ihn zu Tode zu erschrecken.

In "Super Mario Bros. 4" alias "Super Mario World", dem ersten Spiel für das Super Nintendo, waren die Buu Huus direkt wieder dabei, und diesmal gab es sehr wohl die Geisterhäuser. Neben undurchschaubaren Rätseln erwartete den Klempner hier meist eine ganze Masse an Buu Huus, und es gab sogar verschiedene Varianten. Der Block Boo verwandelt sich in einen stabilen Block, wenn ihr ihn anstarrt, und es gilt, ihn richtig einzusetzen, um erhöhte Plattformen zu erreichen. Der Lakitu Boo ködert euch mit einem Extraleben an seiner Angel, um euch hinterrücks anzugreifen, sobald ihr näher kommt. Ferner gibt es die Buu-Schlange, bestehend aus mehreren aneinander hängenden Buu Huus, sowie den schwer zu durchdringenden Buu-Kreisel. Die Krönung des Ganzen ist aber der gigantische Big Boo, der euch mehrmals mächtig im Weg steht und sogar bereits seinen ersten Auftritt als Boss bestreitet.

Auch in "Super Mario Kart" - erstmals 1992, ebenfalls für das Super Nintendo - spielt Buu Huu eine Rolle. Auf den Ghost Valley Strecken, die ganz klar an die Geisterhäuser aus "Super Mario World" angelehnt sind, hängen die Buu Huus zwar nur als Zierde in der Luft, aber wenn ihr eins der kleinen Gespenster als Item aus einem Fragenzeichenblock fischt, dann könnt ihr es einsetzen, um einem Mitfahrer sein Item zu klauen. In den meisten der späteren Mario Karts waren die Geister ebenfalls als Item dabei, und in "Mario Party", 1999 für das Nintendo 64, erhielt Buu Huu eine ähnliche Rolle als Dieb. Wenn ihr ihn auf dem Spielfeld erreicht und 50 Münzen übrig habt, klaut er einem Mitspieler einen Stern. Aber "Mario Party 5" wurde der Geist dann allerdings eine spielbare Figur, für das Klauen der Sterne war hier die Kettenhund-Kapsel zuständig.

Dass es Geisterhäuser und Buu Huus auch in vielen folgenden Mario-Jump'n'Run wie "Super Mario 64", "New Super Mario Bros." oder "Yoshi's Island" gab, muss vermutlich nicht extra erwähnt werden, wenngleich man zu "Yoshi's Island" anmerken sollte, dass die Buu Huus hier mit einem Ei abgeworfen werden können. Schaut ihr sie aber an, sind sie nicht nur wie gehabt bewegungslos, sondern auch unverwundbar - ihr müsst als wegschauen und das Ei geschickt über Bande werfen! Ebenfalls erwähnt werden muss die Pumpkin Zone in "Super Mario Land 2" auf dem Gameboy, eine ganze Welt im Halloween-Stil, die schon von aussen wie ein riesiger Kürbis aussieht, und im Inneren erwarten euch dann Spukgestalten wie etwa laufende Erdbeeren mit einem Messer im Kopf, als Endboss erwarten euch drei Hexe. Und eine ganz besondere Erwähnung ist "Super Mario Galaxy" auf der Wii wert, denn hier kann sich Mario selbst in einen Buu Huu verwandeln, ausgelöst durch einen weissen Buu-Pilz. Als niedlicher runder Geist mit weissem Schnurrbart kann Mario durch spezielle Wände schweben und versteht die Sprache der Buu Huus, wodurch er an geheime Infos herankommt.

Wichtig ist auch, dass nicht alle Buu Huus Marios Feinde sind, im Gegenteil: In "Paper Mario" ist einer von Marios zahlreichen Begleitern ein Buu Huu, und zwar die Gespensterdame Lady Buu. Sie hilft Mario, den monströsen Tubba Blubba zu besiegen, der die Buu Huus aufzufressen droht, und schliesst sich danach der Truppe an. Sie kann nicht nur sich selbst, sondern auch Mario unsichtbar machen, was ganz nützlich für den Klempner ist.

Das grösste Geister-Abenteuer im Pilz-Königreich muss aber nicht Mario bestreiten, sondern Luigi: Das ängstliche Grünkäppchen hat ein Geisterhaus gewonnen, in dem zu allem Überfluss Mario verschollen muss. Angst hin oder her, Luigi muss da rein und seinen Bruder retten! Nach kurzer Zeit trifft er auf den verrückten Erfinder I. Gitt, der ihn mit dem Schreckweg 08/16 ausstattet. Dieses Staubsauger-ähnliche Gerät kann Luigi nutzen, um Geister einzusaugen, wobei es sich hierbie nicht nur um Buu Huus, sondern auch um viele andere Geister handelt. Richtig gruselig ist das Spiel dabei freilich nicht, sondern eher lustig bzw. gruselig im lustigen Stil, und es erschien 2001 als Launchtitel für den Gamecube. Die Fortsetzung kam dann 2013 für den Nintendo 3DS heraus.


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