DONKEY KONG COUNTRY

Bekanntlich traten Mario und Donkey Kong im Jahr 1981 gemeinsam zum ersten Mal auf, doch dann trennten sich ihre Wege relativ schnell. Während Mario mit "Super Mario Bros." 1 - 3 und "Super Mario World" zu einem grossen Videospiel-Superstar wurde, hörte man von dem Riesen-Gorilla nicht mehr sonderlich viel. Das änderte sich im Jahr 1994. Chris und Tim Stamper von der britischen Software-Schmiede Rare hatten nämlich erfolgreiche Experimente mit einem Hochleistungsrechner von Silicon Graphics durchgeführt und bei Nintendo war man davon so beeindruckt, dass Rare die Erlaubnis bekam, ein neues Donkey Kong Spiel zu entwickelt.
Das Ergebnis heisst "Donkey Kong Country" am 21. November 1994 zeitgleich in den USA und Europa für das Super Nintendo, in Japan wenige Tage später am 26. November. Der Donkey Kong in dem Spiel hat allerdings nicht mehr viel mit dem Donkey Kong aus dem ersten Spiel von 1981 zu tun. Besser gesagt handelt es sich nun um einen neuen Donkey Kong, denn die Sache ist so: Der Donkey Kong von 1981 ist inzwischen ein alter Affe mit einem langen, weissen Bart geworden, der als Cranky Kong in seinem Schaukelstuhl sitzt, Grammophon-Musik hört und Lebensweisheiten zum Besten gibt. Sein Sohnemann ist der aktuelle Donkey Kong, der den kleinen Schimpansen Diddy Kong zum Freund hat und zusammen mit ihm die Hauptrolle in "Donkey Kong Country" spielt.
Die böse Hauptrolle in "Donkey Kong Country" übernimmt King K. Rool, ein grössenwahnsinniges Krokodil aus der Gattung der Kremlings, das in einer stürmischen Gewitternacht den gesamten Bananenvorrat der Kongs stiehlt und obendrein Diddy Kong, der in dieser Nacht die Bananen bewachen sollte, entführt. Donkey Kong bemerkt am nächsten Morgen das Fehlen der Bananen und seines besten Freundes und macht sich unverzüglich auf die Suche. Diddy Kong ist schnell wieder beigeschafft, er steckt unweit von Donkey Kongs Baumhaus in einem Fass. Für die Bananen allerdings müssen die beiden Affen sich über die ganze Insel bis hin zu King K. Rools Piratenschiff vor arbeiten, wobei sich ihnen neben verschiedenen Kremlings auch allerhand andere Gefahren in den Weg stellen.
Hitpoints im herkömmlichen Sinne gibt es in "Donkey Kong Country" nicht. Donkey Kong und Diddy Kong hüpfen durch den Level, einer vorneweg, der andere hinterher. Trifft euch ein Gegner, rennt der Affe, der gerade vorne stand, davon, und der andere setzt die Reise alleine fort. Werdet ihr nun noch einmal getroffen, ist ein Leben flöten und ihr müsst den Level von vorne anfangen. Schafft ihr es aber vorher, euren Begleiter wieder zu finden, dann könnt ihr euch quasi unendlich oft treffen lassen, ohne zu sterben. Stellt euch das jetzt aber nicht so leicht vor, wie es vielleicht klingt, denn die Level werden schnell ziemlich fordernd. Ich nenne da als eins von vielen Beispielen einmal den Schneesturm-Level, wo ihr euch mit Kanonenleveln zielgenau an viel zu schnellen Riesen-Wespen vorbei schiessen lassen müsst. Da ist gutes Timing und einiges an Konzentration gefragt!
Ihr findet aber nicht nur euren Affen-Kumpel immer wieder in Fässern in den Leveln, ihr stosst auch oft auf Kisten, in denen tierische Helfer verpackt sind. Beispielsweise trefft ihr auf das Nashorn Rambi, das für euch brüchige Wände einreisst. Mit dem Strauss Expresso könnt ihr über kleine Abgründe flattern. Der Papagei Squawk mit seiner Taschenlampe bringt Licht in dunkle Höhlen und der Schwertfisch Enguarde ist eure Allzweck-Waffe in den Unterwasser-Leveln. Ansonsten könnt ihr in den Leveln diverse Bananen einsammeln - jeweils 100 davon sind ein Extraleben wert. Ihr könnt Extraleben aber auch sofort erhalten, indem ihr bunte Luftballons einsammeln. Ausserdem gibt es in jedem Level vier goldene Buchstaben: Ein K, ein O, ein N und ein G. Findet ihr alle vier, dürft ihr an einem Bonusspiel teilnehmen.
Unterm Strich spielt sich "Donkey Kong Country" also wie ein typisches Jump'n'Run, das euch mit seinen fordernden Leveln eine ganze Weile lang beschäftigt, und die Grafik war für damalige Verhältnisse einfach nur die Wucht!
In den nächsten beiden Jahren wurde das Spiel noch zweimal fortgesetzt. In "Donkey Kong Country 2 - Diddy's Kong Quest" wurde Donkey Kong auf dem Piratenschiff von King K. Rool eingesperrt. Diddy Kong und seine Freundin Dixie müssen sich nun aufmachen, um ihren grossen Gorilla-Kumpel zu befreien. Und im 3. Teil stehen dann Dixie und das Gorilla-Baby Kiddy Kong im Mittelpunkt. Ausserdem wurde "Donkey Kong Country" auch als 40-teilige Animationsserie umgesetzt, in der die Kristall-Kokosnuss als Quelle aller Macht im Mittelpunkt der Handlung steht. Die zweite Staffel mit 14 Folgen lief unter dem Titel "Donkey Kongs Abenteuer" auch in Deutschland, auf Super RTL, auf Das Vierte und aktuell auf Your Family Entertainment TV, täglich um 12:30 Uhr mittags.
Im September 2002 wurde Rare an Microsoft verkauft. Seitdem entwickelt die Firma exklusiv für die X-Box, jedoch blieben die Rechte an allen Kongs bei Nintendo - auch die von Rare geschaffenen Figuren wie Diddy Kong, was ihm beispielsweise Auftritte in "Mario Kart Double Dash" und "Mario Kart Wii" ermöglichte. Aktuelle Donkey Kong Spiele stammen nun allerdings freilich nicht mehr von Rare, sondern "Donkey Kong Country Returns", das kürzlich für die Wii erschien, stammt beispielsweise von den Retro Studios, die auch schon die drei "Metroid Prime" Teile realisierten.
Fazit: Die Affen rasen durch den Wald, die ganze Affenbande schreit: "Wer hat die Banane geklaut?"


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