CITIES SKYLINES

Heute blicken wir mal wieder über den Tellerrand hinaus - obwohl die Vorgeschichte eigentlich auf dem Super Nintendo beginnt, und zwar im Jahr 1995. Damals bekam Klein-Chiko das Städte-Aufbauspiel "Sim City" und zockte es begeistert. Mit zu der Begeisterung beigetragen hat sicher die Aussicht auf eine Mario-Statue, die man sich irgendwann in seine Stadt setzen durfte, und auch andere kleinere Nintendo-Anspielungen, etwa dass das Monster, das von Zeit zu Zeit die Stadt heimsucht, Bowser höchstpersönlich ist.

Zeitsprung drei Jahre in die Zukunft: Im Sommer 1998 bekommt Chiko seinen ersten schnelleren PC und als Startkapital das damals neue "Anno 1602", eine Art Städtebau im Mittelalter auf mehreren Inseln inklusive Seefahrt und Piratenschlachten. Spätestens dieses Spiel weckte Chikos Vorliebe für das Genre der Aufbauspiele, die später noch durch Spiele wie "Transport Tycoon" und "Rollercoaster Tycoon" aufrecht erhalten wurde, dann aber aufgrund knapperer Zeit einschlief - bis jetzt "Cities Skylines" herauskam!

"Cities Skylines" erschien für den PC und ist derzeit nur über Steam zu kriegen, aber eine Retail-Fassung auf DVD soll noch diesen Monat folgen. Überhaupt ist das Game noch recht neu, gerade erst am 10. März 2015 wurde es veröffentlicht - und an diesem Tag legte es einen Bombenstart hin, denn in nur 24 Stunden wurden direkt 250.000 Exemplare verkauft.

Als Städtebausimulation muss sich "Cities Skylines" natürlich einige Vergleiche mit seinem geistigen Vorgänger "Sim City" gefallen lassen, und umso lobenswerter ist, dass es bei einem Großteil dieser Vergleiche besser dasteht. Wer - wie ich - als letzten Vertreter des Städtebau-Genres das alte "Sim City" auf dem Super Nintendo gespielt hat, der wird sich ein wenig umgewöhnen muss, doch der Einstieg geht lobenswert schnell von statten. Als erstes fällt auf, dass ihr nicht mehr einzelne Gebäude von Hand setzt. Stattdessen zeichnet ihr bestimmte Gebiete als Wohn-, Gewerbe- oder Industriegebiet aus, und die Gebäude entstehen dann von selbst. Dass alle Gebäude sinnvoll an der Straßen- und Elektrizitätsnetz angeschlossen werden wollen, war bereits in "Sim City" so, aber nun kommen auch nocht die Wasserleitungen ins Spiel, und sie bieten direkt eine erste kleine Schwierigkeit: Das Wasser wird aus dem Fluß gezogen, durch die Leitungen in der Stadt verteilt und später wieder in den Fluß entsorgt. Baut ihr nun die Wasserpumpe und die Abwasseranlage in der falschen Reihenfolge ans Ufer, pumpt ihr die dreckige Klospülung wieder in den Wasserhahn und vergiftet eure Bewohner. Auf solche und ähnliche Dinge gilt es zu achten!

Die Idee aus "Sim City", dass es für bestimmte Leistungen bestimmte Sondergebäude gibt, wurde in "Cities Skylines" übernommen, so könnt ihr euch etwa spezielles Parks und Türme verdienen, aber auch städtische Einrichtungen wie eine Bibliothek, ein Aquarium oder ein Stadion. Bestimmte Kombinationen dieser "einmaligen Bauwerke" schalten wiederum die sogenannten "Monumente" frei - dabei handelt es sich um riesige Bauwerke, die die Stadt gewaltige aufwerten, immense Vorteile mit sich bringen und jeweils eine Errungenschaft mit sich bringen. Alle fünf Monumente in der Stadt stehen zu haben, ist ein sehr schwer zu erreichendes Ziel und somit ein guter Ansporn für werdende Städtebauer - ich hab bisher gerade mal eins und somit noch ein bisschen was zu tun!

Wem die mitgelieferten Gebäude dennoch nicht ausreichen, das kann sich im Steam-Workshop umschauen, wo es schon hunderte und tausende von Spielern erstellte Landkarten und Gebäude gibt, und es werden stetig mehr. Dabei handelt es sich teilweise nur um optische Anpassungen, etwa das Haus der Simpsons im Wohngebiet oder ein Pokemon Center anstelle einer Arztpraxis, manche User-Bauwerke bringen aber auch tatsächlich In-Game-Vorteile, wie etwa eine verbesserte Wasserfilteranlage. Ich selbst bin irgendwie ganz glücklich über meine Combine-Zitadelle aus "Half-Life", die sich mitten im Stadtzentrum über alle Gebäude erhebt und von überall aus die Skyline beherrscht.

Auch Mods en masse sind verfügbar, die teilweise richtige Cheats sind, indem sie euch unendlich viel Geld verschaffen oder von Anfang an alle Gebäude freischalten. Einige Mods sind aber auch gut vertretbar, da sie nur kleinere Gimmicks, aber keinen immensen Vorteil bieten. So könnt ihr etwa verlassene Gebäude automatisch abreißen lassen oder euch eine verbesserte Übersicht über die Linien der öffentlichen Verkehrsmittel anzeigen lassen. Was ich besonders gern mag ist außerdem ein Mod, mit dem ihr die Ego-Perspektive jedes beliebigen Autos oder Fußgängers übernehmen könnt - und mit der Aussicht, später wirklich hindurch spazieren zu können, macht es gleich doppelt so viel Spaß, einen neuen Stadtteil auszutüfteln.

Im Moment erlebt "Cities Skylines" einen berechtigten Hype, und auch eine Durchschnittswertung von 86 % ist ja nun nicht allzu schlecht. Aufgrund der vielen Workshop-Objekte wird das Spiel sicher noch einige Monate lang unterhalten - noch ist also nicht zu spät, um selbst das Bürgermeisteramt anzutreten!

Entwickelt wurde "Cities Skylines" übrigens von dem finnischen Entwickler Colossal Order. Vor "Cities Skylines" brachten sie bereits zwei Teile von "Cities in Motion" heraus - darin war die Stadt bereits fertig, und eure Aufgabe war es lediglich noch, das öffenliche Nahverkehrsnetz aufzubauen. Dennoch wird klar: Colossal Order mögen Städtebau, da haben wir ja vielleicht noch so einiges vor uns!


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