SUPER MARIO AMADA

Aufgrund eines Hörerwunsches stellen wir euch heute eine eher unbekannte Anime-Produktion mit Mario in der Hauptrolle vor. "Super Mario Amada" ist eine 3-teilige Mini-Serie mit etwa 15 Minuten langen Episoden, die jeweils ein bekanntes Märchen erzählen. In Japan erschien die Serie am 3. August 1989 als OVA, das heisst, die Folgen wurden direkt auf Videokassette veröffentlicht, ohne vorher im Fernsehen gezeigt zu werden. Im Rest der Welt veröffentlichte man "Super Mario Amada" überhaupt nicht, was sehr schade ist, denn nicht nur Mario ist in der westlichen Welt sehr beliebt, auch einige der verwendeten Geschichten greifen auf deutsches Kulturgut zurück.
Zugegeben, die literarische Vorlage der ersten Folge ist in Europa weitgehend unbekannt. "Momotaro" ist eine alte japanische Volkslegende und erzählt von einem Helden, der aus einem Kürbis geschlüpft ist, um die Monster, die das Land bedrohen, zu besiegen. Episode 2 und 3 hingegen sind filmische Umsetzungen europäischer Märchen: "Däumelinchen" von Hans Christian Andersen sowie "Schneewittchen" aus der Sammlung der Gebrüder Grimm.
Alle drei Märchen wurden dabei so umgesetzt, dass man die Handlung durchaus noch ohne Probleme wieder erkennt, gleichzeitig wurden aber auch typische Mario-Elemente eingefügt und teilweise sogar neue Rollen geschaffen, um allen wichtigen Charakteren zu einem Auftritt zu verhelfen.
Beispiel "Schneewittchen": Mario und Peach werden im Wald hinterrücks von einer Horde Koopa Troops angegriffen, die Mario nur knapp besiegen kann. Später stossen die beiden auf ein kleines Häuslein, und es stellt sich heraus, dass darin sieben Toads leben. Gemeinsam beschliessen sie, dass es für Peach wohl am besten ist, hier zu bleiben, da sie hier sicher ist. Mario geht also zufrieden nach Hause und glaubt Peach in guten Händen - doch weit gefehlt! Nur wenig später taucht nämlich Bowser am Haus der Toads auf und setzt Peach mit einem vergifteten Apfel ausser Gefecht. Nachdem Mario die Prinzessin mit einem Zaubertrank zurück ins Leben geholt hat, beginnt die Handlung aber, sich von der Märchen-Vorlage zu lösen, denn der Klempner beschliesst, den Koopas zu zeigen, was er von der Aktion hält. Er macht sich also auf den Weg, gerät aber in einen Hinterhalt und kann schliesslich in letzter Minuten von seinem Bruder Luigi gerettet werden, der überraschend auftaucht.
Aufgrund der kurzen Laufzeit sind grosse Spannungsbögen natürlich nicht möglich, die Geschichten sind aber charmant umgesetzt. Man sieht, dass die Hauptzielgruppe Kinder sind, aber auch erwachsene Mario-Fans werden beim Anschauen sicherlich ihren Spass haben.
Interessant zu wissen ist noch, dass die Serie teilweise Ideen aus den Spielen vorweg nahmen. Beispielsweise schleudert Mario Bowser am Schwanz herum, was er später auch in "Super Mario 64" tat. Und in der Folge "Däumelinchen" wird der daumengrosse Klempner von Bowser verschluckt und greift ihn von innen heraus an, so wie viele Jahre später auch in "Mario & Luigi - Abenteuer Bowser".
Realisiert wurde "Super Mario Amada" vom Studio Junio, die auch an "Dragon Ball Z" mitgewirkt haben, sowie im Nintendo-Bereich an der Anime-Serie zu "Street Fighter II". Vertrieben wurden die drei Videokassetten von Nintendo selbst, zu einem Ladenpreis von 1480 Yen, was heute gut 14 Euro entsprechen würde. Die Drehbücher schrieb Takekatsu Kikuta.
Fazit: Es war einmal ein Klempner mit einer roten Mütze, und wenn er nicht gestorben ist, dann lebt er noch heute.


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