CAPTAIN N - THE GAME MASTER

Ein Werbespot für ein Nintendo-Spiel ist durchschnittlich 30 Sekunden lang und führt kurz und prägnant die Pluspunkte des Games auf. Eine Ausnahme bildet "Captain N", eine Reihe von 34 NES-Werbespots mit jeweils 22 Minuten länge ... naja, gut, die offizielle Bezeichnung ist ja eigentlich "Zeichentrickserie", aber fangen wir am Anfang an!
"Captain N" ist eine amerikanisch-japanische Co-Produktion. Die Welt-Erstaustrahlung war ab 9. September 1989 auf NBC - auf deutsch lief die Serie zum ersten Mal ab 23. Februar 1991 bei RTL, wir bekamen allerdings nur die ersten beiden von insgesamt drei Staffeln zu sehen. 1993 und 1995 gab es noch zwei Wiederholungen bei RTL II, seitdem wurde die Serie nicht mehr gesichtet. Nun ja, das NES war dann ja auch langsam nicht mehr aktuell, von daher ...
Die legendäre 8-Bit-Konsole ist nämlich der Auslöser für die ganze Misere: Kevin Keene, ein 15-jähriger Teenager aus Northridge in Kalifornien, zockt eines Tages "Punch Out" auf dem NES, als er und sein Hund Duke plötzlich in den Fernseher hinein gezogen werden. Die beiden landen in Videoland, eine Welt, in der die Helden aus sämtlichen Nintendo-Spielen leben. Prinzessin Lana, die allerdings aus keinem bestimmten Spiel stammt, erklärt Kevin, dass er der Auserwählte ist, der Mother Brain, bekannt aus "Metroid", besiegen und dadurch Videoland retten muss. Unterstützung bekommt der unfreiwillig Held von Mega Man, Pit sowie Simon Belmont aus "Castlevania". Ab der zweiten Staffel schliesst sich ausserdem noch ein sprechender Gameboy dem Team an, da der Handheld neu auf den Markt gekommen war und jetzt natürlich fleissig in der Serie beworben werden musste. Auch ansonsten wimmelt es in der Serie von allerhand Hardware, so ist Kevins Allzweckwaffe beispielsweise ein NES Zapper.
Das so genannte N-Team besteht nun allerhand Abenteuer in Videoland, wobei die meisten Folgen einem speziellen Spiel gewidmet sind. Dabei kommen neben All-Time-Klassiker wie "Donkey Kong" und "The Legend of Zelda" auch Spiele dran, von denen man eigentlich nicht annehmen würde, dass man sie verfilmen kann, z.B. "Tetris": In der entsprechenden Episode ging es um lebende Tetris-Steine mit Armen und Beinen, die sich von der Decke stürzen, um Kevin und seine Freunde zu erschlagen. Und in der letzten (finalen) Episode, die es leider nicht mehr bis nach Deutschland geschafft hat, geht es sogar um "Final Fantasy". Interessant ist nur, dass in keiner einzigen Folge Mario auftauchte. Man könnte vermuten, das liegt daran, dass Mario eine eigene Serie hatte, nur: Zelda hatte auch eine eigene Serie, trotzdem gab es Zelda-Episoden bei "Captain N". Naja, was soll's! ^^
In den wenigen Realfilm-Szenen wurde Kevin übrigens von Dorian Barag gespielt, der Sprecher war aber Matt Hill und in der deutschen Fassung Ekkehardt Belle. Bei Kevins Freunden gibt es in der deutschen Version ein Wiederhören mit einigen vertrauten Stimmen aus der "Super Mario Bros. Super Show". Simon Belmont wird z.B. von Hans-Rainer Müller gesprochen, den wir auch als Toad kennen, und Mega Man ist Gudo Hoegel, die deutsche Stimme von Luigi.
Ausserdem erschien auch eine Comic-Reihe zu "Captain N", die allerdings nach nur drei Ausgaben schon wieder eingestellt wurde. Weitere "Captain N" Comics erschienen dann ab Ausgabe 9 in den "Super Mario Bros." Comic-Heften, bevor diese mit Ausgabe 13 ebenfalls ihr Ende fanden.
Auch, wenn's schade ist: Man kann durchaus nachvollziehen, dass "Captain N" seit Jahren nicht mehr lief und auch nicht mehr laufen wird. Aus kommerzieller Sicht - und TV-Sender müssen leider kommerziell denken - ist eine Werbe-Serie für das NES einfach nicht mehr das richtige. Jedem echten Nintendo-Fan wird bei der Fülle an Nintendo-Helden, die hier aufeinander treffen, aber das Herz aufgehen.
Fazit: Willkommen in Videoland! Und haltet die Ohren steif! (Zitat von Mega Man aus dem Intro)


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